Dieser Brief kann den Lockdown drastisch verlängern

Lockdown in Österreich: Wird er noch verlängert?
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Demnächst flattert ein Brief ins Büro von Gesundheitsminister Rudi Anschober. Das Schreiben könnte den Öffnungsschritt am 7. Dezember zunichte machen.

Noch eine Woche "harter Lockdown" – oder doch noch weit länger? Der grüne Gesundheitsminister Rudi Anschober bekommt diese Woche nämlich Post von den Chefs der neun öffentlichen Spitalsträger. In dem Brief, der der "Kleinen Zeitung" bereits vor der Absendung vorliegt, appellieren die Spitäler, nach dem Lockdown-Ende am 7. Dezember nicht alles wieder zu öffnen, sondern Maßnahmen zu setzen, um "das Infektionsgeschehen reduzieren und auf niedrigem Niveau halten".

Unterschrieben ist der Brief laut "Kleine Zeitung" von sämtlichen Vorständen von Krages (Burgenland), Kabeg (Kärnten), der oberösterreichischen Gesundheitsholding, Salk (Salzburg), Kages (Steiermark), Tirol Kliniken, der Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft, dem Wiener Gesundheitsverband sowie der Niederösterreichische Landeskliniken Holding. Eindringlich wird darin gewarnt, die Öffnungsschritte rasch und umfassend umzusetzen. Heißt: Wenn möglich solle der Lockdown weiter aufrecht erhalten werden.

"Öffentliche Krankenhäuser an Rand der Leistungsfähigkeiten"

Als Begründung wird genannt, dass die "öffentlichen Krankenhäuser bis an den Rand der Leistungsfähigkeiten" angelangt seien und es nur durch den enormen Einsatz der Mitarbeiter gelungen sei, dem "hohen Behandlungsaufwand" irgendwie Herr zu werden. Nur der Lockdown habe demnach Schlimmeres verhindert und es seien nun "erste erkennbare Wirkungen“ zu sehen, allerdings sei eine "deutliche und nachhaltige Absenkung der Infektionszahlen und damit der Hospitalisierungsquote für eine Entlastung unseres Personals dringend".

Eine "schrittweise Aufnahme und Gewährleistung eines Normalbetriebs" sei nur durch sehr niedrige Infektionszahlen möglich, so die Vorstände. Eine definitive Entscheidung soll am Mittwoch im Ministerrat fallen, einiges zeichnet sich jedoch schon ab. Das einzige, das tatsächlich am 7. Dezember öffnen dürfte, ist der Handel, weiß "Heute". Ein halbwegs normales Weihnachtsgeschäft soll heuer möglich sein, wenngleich für Geschäfte ein rigides Personenlimit (10 Quadratmeter pro Kunde in kleineren, 20 in größeren Geschäften) gelten soll. Auch in Shoppingzentren sollen sich die langen Warteschlagen, die man vor dem Lockdown gesehen hat, tunlichst nicht wiederholen.

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