Dieser junge Milliardär steckt hinter Wish

Mit Billigwaren zum Milliardär: Peter Szulczewski ist Gründer von Wish und gab bereits den Großen der Branche einen Korb. Ein Porträt.

Peter Szulczewski hat sich soeben eine Supervilla in Bel Air gekauft, einem Stadtteil von Los Angeles. Für die sieben Schlafzimmer, 1.100 Quadratmeter Wohnfläche, den Infinity-Pool mit Spa und das Fitnessstudio soll er über 15 Millionen Dollar hingeblättert haben.

Szulczewski kann sich den Luxus leisten. Er ist Gründer und CEO von Wish und der Betreiberfirma ContextLogic. Die Shopping-Plattform hat ihn reich gemacht. So reich, dass er sich wie viele andere Tech-Milliardäre in den kalifornischen Hügeln niedergelassen hat und nun von seinem Anwesen aus abends seine Blicke über das Lichtermeer der Millionenmetropole schweifen lassen kann.

1,4 Milliarden Dollar schwer

Den 37-Jährigen zählt das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" zu den reichsten amerikanischen Unternehmern unter 40 und schätzt sein Vermögen auf mindestens 1,4 Milliarden Dollar. An Wish, das vor allem Billigware aus China zum Spottpreis verkauft, besitzt Szulczewski einen Anteil von 18 Prozent. Das Unternehmen wird nach den jüngsten Finanzierungsrunden mit knapp 9 Milliarden Dollar bewertet.

Schnäppchenjäger scheinen auf die billigen Elektronikartikel, trashigen Kleider und den Modeschmuck abzufahren. Allein in Europa hat sich der Umsatz innerhalb von drei Jahren verdreifacht. Bei Wish scheint sich derzeit ohnehin vieles in luftigen Höhen zu befinden. So auch das Hauptquartier des boomenden Start-ups.

Büro im 40. Stock

Szulczewski hat sein Unternehmen in einem Hochhaus in der One Sansome Street mitten in San Francisco einquartiert. Der Haupteingang liegt im 40. Stock. Von dort aus haben der gebürtige Pole und seine Wish-Mitarbeiter wortwörtlich den Überblick: In einer Linie blickt durch die großzügigen Fenster etwa das unweit entfernte Hochhaus Transamerica Pyramid, das spitzige Wahrzeichen der Stadt, und die Insel Alcatraz in der Bucht von San Francisco.

Einige Aufenthaltsräume bei Wish sind in hellem Weiß-Grau gehalten. Im eigenen Personalrestaurant oder Foyer dominiert zudem der Industrie-Look: Sichtbare Lüftungsröhren an der Decke, Barhocker aus Alu, helle Lampen. In einigen Räumen sollen laut Berichten Billardtische und DJ-Equipment stehen.

Praktikum bei Google

Bis zu Wish hatte Szulczewski aber einen weiten Weg zu gehen. Der Unternehmer wuchs in einem Stadtteil von Polens Hauptstadt Warschau auf, umgeben von tristen Wohnblocks. Im Alter von elf Jahren wanderte er mit seiner Familie nach Kanada aus und studierte dort Mathematik und Informatik.

2004 kam der entscheidende Schritt: Szulczewski begann ein Praktikum bei Google und bekam eine Festanstellung. Er entwickelte Software und Algorithmen, bis er mit genügend Geld in der Tasche das Unternehmen 2009 verließ. Zu Hause tüftelte er am Computer an seiner eigenen Idee – bis er 2011 mit seinem Studienfreund Danny Zhang Wish gründete.

Börsengang im Visier

Dass Szulczewski sich nicht mit wenig zufrieden gibt, zeigt sein Umgang mit den Großen der Branche. Sowohl der US-Onlinehändler Amazon als auch der chinesische Konkurrent Alibaba sollen laut Berichten vor ein paar Jahren ein Kaufangebot von jeweils 10 Milliarden Dollar für Wish gemacht haben.

Doch Szulczewski winkte ab. Wer ein solches Angebot ablehnt, scheint höhere Sphären im Visier zu haben. Dazu gehört ein Börsengang. Wie Szulczewski in Aussicht gestellt hat, soll dieser in ein bis zwei Jahren erfolgen.

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