In Wyoming bei Grand Rapids hatte am 1. August ein schwarzer Immobilienmakler einem Kunden und dessen 15-jährigen Sohn ein zum Verkauf stehendes Haus gezeigt – mit Genehmigung des Besitzers. Doch ein Nachbar hielt die drei Schwarzen für Einbrecher und rief die Polizei. Makler Eric Brown sagte, zwei Polizisten hätten ihre Waffen gezogen, die anderen hätten sie mit Handschellen gefesselt.
"Ich hatte ganz schön Angst, war nervös und erschrocken was ich tun soll, um mich zu schützen, wenn ich ein Haus zeige und die Polizei nur aus so einer Laune heraus gerufen wird", sagte Brown. "Bin ich automatisch der Verbrecher? Denn das war ziemlich genau, wie wir in dieser Situation behandelt wurden."
Die Polizei von Wyoming verteidigte den Einsatz; die Beamten seien genau nach Dienstvorschrift bei einem angezeigten Hauseinbruch vorgegangen. Doch Browns Kunde, Roy Thorne, sprach von einem traumatischen Erlebnis für ihn und seinen Sohn.
Die Polizei veröffentlichte Aufnahmen der Körperkameras der Beamten. Ein Beamter hatte seine Waffe auf Thorne gerichtet, als er das Haus verließ und Anweisungen der Polizisten folgte. Thorne sagte, dieser Beamte habe sich bei ihm entschuldigt, "aber zur gleichen Zeit war der Schaden passiert". An dem Haus in dieser Gegend habe er kein Interesse mehr: "Ich werde das definitiv nicht kaufen."
Brown zeigte den Beamten auf seinem Mobiltelefon, dass er im Auftrag des Eigentümers eine Hausbesichtigung machte. Laut Polizei hatte ein anderer schwarzer Mann am 24. Juli das Haus unerlaubt betreten, der ein Auto mit derselben Farbe wie Brown fuhr. Der hatte sich gegenüber der Polizei als Kaufinteressent ausgegeben. Ein Nachbar meldete der Polizei am 1. August fälschlich, der Eindringling sei zurückgekehrt, heißt es in der Polizeidarstellung.
Auf der Aufzeichnung einer Körperkamera eines Polizisten sagt einer der Beamten am Ende des Einsatzes: "Irgendjemand hat das irgendwo vermasselt." Regelmäßig kommt es in den USA zu Rassismus-Vorfällen gegenüber der schwarzen Bevölkerung. Zuletzt erregte der Fall des 46-jährigen George Floydweltweite Aufmerksamkeit.