Darum sind die Wetter-Apps derzeit alle falsch

Was ist ein Höhentief? Die Antwort auf diese Frage erklärt den Grund, warum es derzeit so schwierig ist, korrekte Wetterprognosen zu liefern.

Im Frühjahr wird das Wetter in Mitteleuropa besonders häufig von Höhentiefs beeinflusst. Obwohl ein Höhentief nicht auf einer Bodenwetterkarte erscheint, hat es direkten Einfluss auf das Wettergeschehen, weil es meist für Instabilität in den Luftschichten sorgt.

Kaltlufttropfen

Höhentiefs liegen in mehren Kilometern Höhe und zeichnen sich durch niedrige Temperaturen im Vergleich zur Umgebung aus. Deren Entstehung wird einerseits durch Verwirbelungen des polarumlaufenden Jetstreams – ein Starkwindband in höheren Atmosphären-Schichten – begünstigt, andererseits können sich auch ehemalige Tiefdruckgebiete zu solchen Kaltlufttropfen umwandeln, wenn das Bodentief durch Reibung aufgelöst wird und das Höhentief stattdessen erhalten bleibt.

Das Resultat: In einem begrenzten Gebiet von etwa 100 bis 1.000 Kilometern befindet sich dann deutlich kältere Luft. Da diese kalte Anomalie aber nur in der oberen Hälfte der Troposphäre ausgeprägt ist, scheinen diese Gebiete nicht auf den Bodenwetterkarten auf.

Labile Schichtung der Luft

"Ein Höhentief wirkt sich merklich auf das tägliche Wettergeschehen aus, denn Höhenkaltluft sorgt für eine verstärkte vertikale Temperaturabnahme und somit für eine Destabilisierung der Atmosphäre", erklärt UBIMET-Wetterexperte Nikolas Zimmermann. Besonders im Frühjahr und Sommer entstehen unter dem Einfluss der Höhenkaltluft Quellwolken, welche im Tagesverlauf zu Schauern und Gewittern heranwachsen. Die Lebensdauer von Kaltlufttropfen ist allerdings meist auf ein paar Tage bis etwa eine Woche begrenzt, da sich die Temperaturunterschiede in der Höhe allmählich ausgleichen.

Wetter-Apps werden ungenau

Wenn Höhenkaltluft im Spiel ist, nimmt die Vorhersagbarkeit des Wetters etwas ab: Einerseits werden Kaltlufttropfen durch die bodennahe Strömung gesteuert, was sich negativ auf die Qualität von Modellprognosen auswirkt, andererseits sorgt die konvektive Wetterlage für große Unterschiede auf engem Raum. Warum deshalb Prognosen, wie etwa jene von Wetter-Apps, mit Vorsicht zu genießen sind, hatte Meteorologe Nikolaus Zimmermann in einem Gespräch mit "Heute" am Dienstag bereits im Detail erklärt.

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