Ein ungewöhnlicher Fall sorgt in Deutschland für Aufsehen: Der deutsche Digitalminister Karsten Wildberger hat offenbar bei mehreren öffentlichen Auftritten auf künstliche Intelligenz als Redenschreiber zurückgegriffen.
Eine Analyse mit dem KI-Erkennungstool Pangram ergab, dass mehrere Texte des CDU-Ministers von einer KI stammen.
Besonders brisant: Eine Rede Wildbergers vor dem Atlantic Council in Washington im Juli 2024 soll laut der Analyse komplett von einer KI verfasst worden sein. Auch bei mehreren Reden im Bundestag seien größere Teile KI-generiert gewesen.
Wie der "Spiegel" unter Berufung auf die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet, bestätigte das Digitalministerium den Einsatz von KI.
Ein Sprecher erklärte: "Ja, auch Bundesminister Dr. Karsten Wildberger nutzt KI als Arbeitswerkzeug. Die genannten Texte wurden mit Unterstützung von KI erarbeitet."
Das Ministerium sieht jedoch kein Problem in der Vorgehensweise. Man habe gegenüber den Redaktionen von Handelsblatt und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung den KI-Einsatz nicht offengelegt, weil Minister Wildberger KI als "unterstützendes Arbeitsmittel" betrachte.
Die Verantwortung liege aber stets beim Menschen, der "prüfen, ändern und entscheiden" müsse, so der Ministeriumssprecher. Eine Kennzeichnungspflicht für mit KI erstellte Texte bestehe nicht.
Auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, dem sein Doktortitel wegen Plagiatsvorwürfen entzogen wurde, äußerte sich ähnlich. Künstliche Intelligenz gehöre im Jahr 2026 zum Arbeitsalltag moderner Organisationen, so seine Staatskanzlei.