Direktor: "Matura restlos abschaffen"

Lokalaugenschein im Wiener Goethe Gymnasium: Trotz Corona-Krise ging dort die heurige Matura durchaus entspannt über die Bühne. Im "Heute"-Talk erklärt der Direktor, wie sich das ausgeht.

So viele lachende und entspannte Schüler wie beim gestrigen Matura-Termin haben sich wohl schon lange nicht mehr der Reifeprüfung gestellt. Der Grund: Im Corona-Jahr 2020 zählt das Abschlusszeugnis (anstelle der gestrichenen mündlichen Prüfung) zur Maturanote. Heißt: Jeder, der mindestens einen Dreier im Zeugnis hatte, konnte gar nicht mehr durchfallen. Auch strenge Corona-Maßnahmen (Eingangskontrollen, Bodenmarkierungen, Absperrungen etc.) trübten die gute Stimmung nicht.

Hubert Kopeszki, Direktor des Goethe Gymnasiums in Wien, hofft im Gespräch mit "Heute", dass diese Sicherheit einen positiven Effekt auf die Schülerleistungen hat: "Meine Schüler wollen meist die noch bessere Note." Einen Fall wie in Niederösterreich, wo ein Schüler einfach leere Seiten abgab, um früher Bier trinken zu können, habe es jedenfalls an seiner Schule (bisher) nicht gegeben.

Allerdings wollte der Direktor während der Corona-Krise gar keine Matura abhalten: "Ich wäre das Risiko nicht eingegangen, drei Wochen lang Schüler hereinzuzitieren und dann jeden Tag zu hoffen, dass sich keiner infiziert hat." Seine Alternative? "Ich würde die Matura sowieso restlos abschaffen. Das ist viel Ritual. Wenn einer ein passables Abschlusszeugnis hat, dann will ich doch nicht, dass der dann bei der Matura durchfällt."

Für Frust sorgten "widersprüchliche Anweisungen" aus dem Bildungsministerium: "Zuerst hat es geheißen: 'Musik findet nicht statt.' Drei Tage später kommt die Meldung: 'Musik findet doch statt'. Inzwischen hatten wir natürlich alle Musiklehrer aus dem Stundenplan rausgenommen und ersetzt. Pures Chaos!"

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