Wenige Tage vor Schulbeginn

Direktorin klagt – "Will kaum noch jemand unterrichten"

Wenige Tage vor Schulstart prangert eine Direktorin die Personalnot an: Man müsse mittlerweile Stellen mit jedem besetzen, der sich bewerbe.
Tobias Prietzel
08.09.2026, 03:00
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Der grüne OÖ-Bildungssprecher Reinhard Ammer wurde vor kurzem gegenüber "Heute" deutlich: Beim Lehrkräftemangel sei "keine Entwarnung angesagt". Er stellte gleichzeitig klar: "Entscheidend ist nicht nur, dass am ersten Schultag jede Klasse irgendwie versorgt ist."

Man brauche dauerhaft genug qualifiziertes Personal und bessere Arbeitsbedingungen, betont Ammer. Überstunden und Notlösungen dürften nicht Dauerzustand sein. laut Bildungsdirektion waren Ende August noch 244 Voll- und Teilzeitstellen ausgeschrieben.

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"Diese Entwicklung ist nicht erst seit heuer so, sie ist schon seit drei, vier Jahren besorgniserregend", berichtet jetzt die Direktorin einer Mittelschule im Bezirk Linz-Land. "Wir müssen mittlerweile Stellen mit jedem besetzen, der sich bewirbt. Wir können nicht mehr darauf schauen, ob die Person ins Team und zum Leitbild der Schule passt."

Auch bei Doppelbesetzungen zeige sich das Problem sehr deutlich, so die Pädagogin zu "Heute". "Denn es gibt zwar gute Quereinsteiger und Quereinsteigerinnen, aber die Zusammenarbeit ist oft schwierig, weil ihnen noch sehr viel an pädagogischem Rüstzeug fehlt."

"System krankt"

Deutsch wolle inzwischen kaum noch jemand unterrichten, weil hier die Schwierigkeiten der Schüler unverhältnismäßig zum Vorschein kommen. "Gleichzeitig wird immer häufiger sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt, während bei den Stunden neue Einsparungen vorgenommen werden."

Die Schule werde dadurch immer mehr zur Aufbewahrungsstätte statt zu einem Ort echter Förderung. "Und genau daran krankt das System", kritisiert die Direktorin. Auch die Eltern könnten ihre erzieherische Aufgabe oft nicht mehr in dem Maß leisten wie früher. Die Kompetenzen, mit denen die Kinder in die Schule kommen, seien deutlich geringer geworden.

Stundenausmaß enorm gestiegen

Die OÖ-Sozialdemokraten rechnen vor: Das durchschnittliche Stundenausmaß von Sonderpädagogen sei von 12,1 Wochenstunden im Schuljahr 2021/22 auf inzwischen 19,5 Wochenstunden gestiegen.

Im Innviertel liege der Höchstwert heuer sogar bei 28,8 Wochenstunden pro Person.

Ausbildungsplätze ausbauen

SP-Bildungssprecherin Doris Margreiter fordert von der Landesregierung, die Ressourcen für Sonderpädagogik an den von der Bildungsdirektion festgestellten Bedarf anzupassen. Die Ausbildungsplätze müssten ausgebaut werden. "Damit Inklusion in Oberösterreich nicht länger auf dem Rücken einzelner Pädagoginnen und Pädagogen ausgetragen wird", so die Politikerin.

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