Beim Lehrkräftemangel sei "keine Entwarnung angesagt", kritisiert der grüne OÖ-Bildungssprecher Reinhard Ammer gegenüber "Heute". "Entscheidend ist nicht nur, dass am ersten Schultag jede Klasse irgendwie versorgt ist."
Man brauche dauerhaft genug qualifiziertes Personal und bessere Arbeitsbedingungen, betont der Landtagsabgeordnete. Überstunden und Notlösungen dürften nicht Dauerzustand sein.
Die zuständige rote Landtagsabgeordnete Doris Margreiter stößt ins gleiche Horn: Das System wäre schon längst kollabiert, würden nicht Studenten in den Klassen aushelfen und vor allem Lehrer auch in anderen Fächern als ihren eigenen unterrichten.
"Das darf keine Dauerlösung sein, denn viele Studierende, die überfordert werden, verabschieden sich dann früh aus dem Lehrerberuf", betont die Sprecherin. Die zuständige VP-Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander habe keine besonderen Anstrengungen unternehmen, um Neulehrer anzuwerben.
Unsere Redaktion hat bei der Bildungsdirektion nachgefragt, wie viele Jobs tatsächlich unbesetzt sind: Ende August waren 244 Voll- und Teilzeitstellen ausgeschrieben, heißt es. "Das ist komplett normal, weil sich die Bedingungen an den Schulstandorten durch Karenzierungen, Krankenstände, andere Klassenteilungen usw. verändern können."