Discos wollen wegen Randale-Partys mit 3G aufsperren

Ohne Maske, ohne Abstand? Die Klubs und Discos wollen mit 3G aufsperren.
Ohne Maske, ohne Abstand? Die Klubs und Discos wollen mit 3G aufsperren.Unsplash
Vor allem Junge feiern zu Hunderten an öffentlichen Orten, dabei kam es auch zu Ausschreitungen. Nun wollen Discos aufsperren, um dem Herr zu werden.

Kurzarbeit helfe und es sei gestern ein "wichtiger und wesentlicher Schritt" gesetzt worden, so der Obmann des Verbandes der österreichischen Nachtgastronomen, Stefan Ratzenberger, im Ö1-"Journal um acht". Gemeint ist das neue, zweiteilige Kurzarbeits-Modell der Regierung: Weiter bis Jahresende das aktuelle Kurzarbeitsmodell nützen sollen Unternehmen mit 50 Prozent Ausfall können, für andere kommt ein "Übergangsmodell" mit einer Förderhöhe von 85 Prozent und einer Arbeitszeitreduktion von maximal 50 Prozent. "Wir sind seit 16 Monaten geschlossen, ohne Einkommen, ohne Umsatz."

Man trage die Maßnahmen der Regierung mit, um ein geordnetes, sicheres und profitables Öffnen zu gewährleisten, so der Nachtgastronomie-Obmann. "Ein kleiner Schritt", aber sehr wesentlich, sei die Sperrstunden-Verlegung von 22 auf 24 Uhr, die ab dem 10. Juni aktiv wird, so der Obmann. "Wir müssen uns das Szenario ab 10. Juni so vorstellen: Sie dürfen bis Mitternacht in ein Lokal gehen in der Nachtgastronomie, sie dürfen maximal zu acht an einem Tisch sitzen und bei jeder Bewegung müssen Sie eine Maske tragen", so Ratzenberger. "Das ist nicht die Nachtgastronomie, so wie wir sie führen können."

"Ich denke es ist an der Zeit, mit der Pandemie beziehungsweise den restlichen Auswirkungen leben zu lernen"

Deswegen fordert der Obmann für den 1. Juli – bei geringer Inzidenz und hoher Zahl der Impfbereitschaft – nicht nur das Fallen der Sperrstunde, das wäre "weitaus zu wenig". Es müsse auch die Bewegungsfreiheit im Lokal ohne Maske geben und auch die Konsumation nicht nur am Tisch ermöglicht werden, so Ratzenberger. Ganz ohne Sicherheitskonzepte werde man nicht öffnen können, so der Obmann, aber: "Ich denke es ist an der Zeit, mit der Pandemie beziehungsweise den restlichen Auswirkungen leben zu lernen. Und da gehört auch dazu, dass man wieder die Nachtgastronomie so wie alle anderen Branchen auch öffnet."

"Ich glaube, dass die Nachtgastronomie da nicht das Problem, sondern die Lösung ist"

Es gebe "ganz unterschiedliche Konzepte" für die Öffnung, so Ratzenberger, es komme auf die Größe des Klubs, die Zahl der Ein- und Ausgänge und bauliche Gegebenheiten an. "Sektoren", dass etwa nur an jedem zweiten Bar-Platz bedient werde, brauche es dagegen nicht mehr. "Wir betreten einen Klub heutzutage unter den selben Voraussetzungen, unter denen wir ein Krankenhaus betreten", so Ratzenberger, "getestet, geimpft oder genesen".

Würden die 16- bis 30-Jährigen bald geimpft, könne man in einen Sommer gehen, "der wirklich wird wie damals". Also nur 3G für den Disco-Besuch? "Es muss damit getan sein", so der Obmann. Grund sei, dass Junge feiern wollen würden, gleichzeitig man Bilder von Ausschreitungen bei Massenpartys sehen würde, die nicht passieren sollten. "Ich glaube, dass die Nachtgastronomie da nicht das Problem, sondern die Lösung ist", so Ratzenberger. 

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