Sportmix

Djokovic muss Weihnachten in Flüchtlingsheim verbringen

Novak Djokovic wird den orthodoxen Heiligabend in einem Quarantäne-Hotel in Melbourne verbringen. Von dort aus kämpft er um die Turnier-Teilnahme.
Robert Cajic
06.01.2022, 13:17

Was niemand auch nur ansatzweise für möglich gehalten hätte, scheint nun wahr zu werden: Novak Djokovic wird wohl aus Australien ausreisen müssen. Damit wird er das ATP-Turnier in Melbourne höchstwahrscheinlich nicht antreten können. Novak Djokovic darf aber zumindest bis Montag in Melbourne bleiben. Das entschied Richter Anthony Kelly des Federal Circuit Court im Vorfeld der Australian Open, nachdem der Serbe am Mittwoch am Flughafen des Landes verwiesen worden war. Bis dahin werden seine Anwälte alles versuchen, um dieses Ergebnis anzufechten.

Somit ist auch klar, dass der Führende der ATP-Weltrangliste den größten orthodoxen Feiertag, nämlich Weihnachten, wohl in einem bewachten Quarantäne-Hotel in Melbourne verbringen wird. In das Park Hotel Carlton in Melbourne wurde er am Donnerstagvormittag transferiert. Die australische Regierung wird vor allem für die Umstände rund um das Hotel scharf kritisiert.

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Verbleib bis Montag unter fragwürdigen Bedingungen

Über den Zustand der Quarantäne-Unterkunft herrscht blankes Entsetzen. Das Park Hotel Carlton in Melbourne dient offenbar als Flüchtlingsunterkunft –  australische Medien sprechen davon, dass sich neben dem Tennis-Spitzensportler auch Migranten in Quarantäne befinden. Auf Bildern der Hotelfassade sind beispielsweise auch Schriftzüge wie "Come In Free Torture" (zu Deutsch: Kommen Sie herein: gratis Folter") zu lesen sowie viele Banner und Plakate rund um das Gebäude.

Darüber hinaus willdie serbische Zeitung "Telegraf" wissen, dass sich viele Bewohner innerhalb der Hotelanlage über unhygienische Zustände und Würmer in warmen Mahlzeiten beschwert haben. Aus welchem Grund Novak Djokovic genau diesem Hotel zugewiesen wurde, ist völlig unklar.

Novak allein in Melbourne

Die derzeitige Situation des Sportlers hat zusätzlich einen faden Beigeschmack: Der gläubige Serbe wird Weihnachten allein im Quarantäne-Hotel anstatt mit seiner Familie verbringen müssen. Heiligabend wird bei den Serbisch-Orthodoxen nämlich am 6. Jänner und Weihnachten am Folgetag gefeiert. Eins ist klar: Aufgrund der derzeitigen Corona-Maßnahmen wird es für ihn kaum möglich sein, "auszubrechen".