Historische Entdeckung

DNA-Analyse löst Rätsel um Kaiser Otto

War es wirklich Otto der Große im Magdeburger Dom? Eine DNA-Analyse bringt nun Gewissheit - und neue Erkenntnisse über seinen plötzlichen Tod.
Technik Heute
18.03.2026, 18:50
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Jahrhundertelang gab es Zweifel: Liegen im Sarkophag des Magdeburger Doms wirklich die sterblichen Überreste von Kaiser Otto dem Großen? Jetzt haben Forscher das Rätsel endlich gelöst.

Ein Expertenteam verglich das Erbgut aus den Knochen im Grab mit DNA-Proben von Heinrich II., Ottos Großneffen, die im Bamberger Dom aufbewahrt werden. Das Ergebnis: Die Gebeine stammen tatsächlich vom legendären Herrscher.

"Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben wir hier also die tatsächlichen sterblichen Überreste Kaiser Ottos des Großen vor uns", erklärte Archäologe Harald Meller bei der Vorstellung der Ergebnisse, wie der Spiegel berichtet.

Ein Großer seiner Zeit

Die Untersuchungen lieferten auch spannende Details über den Kaiser: Otto war mit etwa 1,80 Meter rund zehn Zentimeter größer als seine Zeitgenossen. Die starken Muskelansätze an seinen Oberschenkeln zeigen, dass er regelmäßig ritt - kein Wunder, schließlich tingelte er ständig zwischen den Pfalzen Aachen, Magdeburg und Worms umher.

Allerdings plagten den Herrscher auch so manche Gebrechen: Seine Knie- und Hüftgelenke zeigten Spuren von Arthrose, sein linker Arm war einst gebrochen. Zudem fehlten ihm drei Schneidezähne - womöglich waren sie ihm ausgeschlagen worden.

Hinweis auf Schlaganfall

Besonders spannend: Die Forscher entdeckten vergrößerte Gefäßkanäle an Ottos Schädelbasis. Das könnte auf eine Gefäßveränderung hindeuten, die das Risiko für einen Schlaganfall erhöht - und womöglich seinen plötzlichen Tod erklären.

Otto der Große, Begründer des Heiligen Römischen Reichs, starb am 7. Mai 973 völlig überraschend in Memleben. Noch am Mittag deutete nichts auf seinen Tod hin, am Abend bekam er plötzlich Fieber und sackte zusammen. Der Kaiser wurde 60 Jahre alt.

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