Der Wasserstand der Donau in der Wachau ist auf ein historisches Rekordtief gefallen. Am Samstagnachmittag wurde bei der Messstelle Kienstock im Bezirk Krems ein Pegel von nur noch 110 Zentimetern gemessen.
Auch bei der Messstelle Aggstein im Bezirk Melk ist die Lage außergewöhnlich. Dort reicht die Pegellatte inzwischen nicht einmal mehr bis ins Wasser. Durch das extreme Niedrigwasser werden Felsformationen sichtbar, die bisher unter der Wasseroberfläche verborgen waren.
Besonders dramatisch sind die Folgen für die Fischbestände. Laut ORF Niederösterreich geraten viele Tiere durch die niedrigen Wasserstände zunehmend in Gefahr.
"Für die Schiffe und für die Fische ist das eine schlimme Situation. Die Schiffe haben in der Fahrrinne schon zu wenig Wasser. Sie können wegen des Niederwassers nur mehr ganz, ganz langsam fahren", sagt Fischereiaufseher Hermann Miedler gegenüber ORF Niederösterreich.
Noch gravierender seien die Auswirkungen auf die Fische. "Die Fische werden aufgrund des niedrigen Wassers durch den Wellenschlag ans Ufer katapultiert und verenden dort", schildert Miedler.
Auch in den flachen Uferbereichen spitzt sich die Lage zu. Dort erwärmt sich das Wasser inzwischen auf bis zu 30 Grad. Für kleine Brutfische bedeutet das oft den sicheren Tod.
Fischer versuchen derzeit, zumindest größere Fische zu retten. Sie werden aus den besonders betroffenen Bereichen abgefischt und in tiefere Gewässer umgesetzt. Für die Jungfische kommt diese Hilfe jedoch meist zu spät.
Ein weiteres Problem ist der sinkende Sauerstoffgehalt im ungewöhnlich warmen Wasser. Dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen für viele Fischarten zusätzlich.
Hoffnung gibt es für die Schönbüheler Bucht bei Schönbühel-Aggsbach. Das inzwischen weitgehend verlandete Gebiet soll im Winter ausgebaggert werden. Dadurch sollen künftig wieder geschützte Rückzugsräume für Fische entstehen.
Mit Sorge blickt Fischereiaufseher Miedler auf die Wetterprognosen. "Ich befürchte, weil wieder bis zu 40 Grad vorhergesagt werden, dass der Wasserstand noch tiefer sinkt, die Temperatur des Wassers weiter steigt und die Lage für die Fische immer dramatischer wird", warnt er gegenüber ORF Niederösterreich.