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Doppelmord – Lockte Verdächtiger Polizisten in Falle?

Nach dem Polizisten-Doppelmord in Deutschland belastet der Komplize den Tatverdächtigen schwer: Er soll die Beamten mit einer List getötet haben.
Heute Redaktion
11.02.2022, 07:40

Zehn Tage nach der Ermordung eines Polizisten und seiner Kollegin auf offener Straße setzen Ermittler und Ermittlerinnen immer noch ein blutiges Puzzle zusammen, um die Hintergründe der Tat zu klären. Am 31. Januar waren der mutmaßliche Wilderer Andreas S. (38) und sein Begleiter Florian V. (32) in eine Polizeikontrolle geraten. Dabei wurden die Polizeibeamten Alexander K. und Polizeianwärterin Yasmin B. mit einer Schrotflinte und einem Jagdgewehr getötet. Mutmaßliches Motiv: Die beiden Täter waren vermutlich beim Wildern erwischt worden – im Kleinbus von Andreas S. lagen tote Wildtiere.

Wie "Focus" jetzt berichtet, hat Florian V. bei der Polizei umfassend ausgesagt und dabei den Wildfleischhändler S. schwer belastet. V. beharrt auf seiner Aussage, selbst nicht geschossen zu haben und schilderte den Tatablauf. Demnach wurden er und S. gegen 4.20 Uhr kontrolliert, weil den Beamten ihr weißer Kastenwagen mit geöffnetem Kofferraum aufgefallen war. Die beiden Polizisten näherten sich dem Fahrzeug, nachdem sie der Zentrale von "dubiosen Personen" berichtet hatten. Beim Auto trafen sie auf Andreas S. und bemerkten die erschossenen Wildtiere im Laderaum.

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"Ich muss den Jagdschein aus dem Auto holen"

Die beiden verlangten routinemäßig Führerschein und Fahrzeugpapiere. Andreas S. rief Florian V. herbei, der sich auf einer nahen Wiese um einen erlegten Hirsch kümmerte. Als Polizeianwärterin Yasmin B. nach dem Jagdschein fragte, gab S. an, der liege im Fahrzeug, er müsse ihn nur holen. Doch dort soll er die Schrotflinte gepackt und der Beamtin in den Kopf geschossen haben.

Ihr Kollege flüchtete und funkte noch: "Die schießen auf uns". Dann näherte sich Andreas S. ihm mit dem Jagdgewehr, einer zerlegbaren Kipplauf-Büchse vom Typ Bergara Takedown, das sich bequem in einem Rucksack verstecken lässt, und tötete S. mit vier Schüssen. Der Beamte schoss vor seinem Tod noch zurück, traf aber nur den Bus.

Verdächtiger drohte Begleiter mit Umbringen

Danach soll sich S. an Florian V. gewandt haben und ihn aufgefordert haben, den Ausweis zu suchen, der zu Boden gefallen war. "Find' meinen Ausweis! Sonst lege ich dich neben die zwei", soll S. gebrüllt haben. Doch sie fanden den Ausweis nicht und rasten davon. Dann soll ihr Wagen eine Panne gehabt haben – ein anderer Lenker habe den Bus abgeschleppt, so V. Als sei nichts passiert, hätten er und Andreas S. danach die insgesamt 22 gewilderten Damhirsche zerlegt, berichtete V. weiter. Nur wenige Stunden später wurde S. und dann auch V. verhaftet.