Doskozil-Partei geht auf Bundes-SPÖ und Chefin los

Pamela Rendi-Wagner werde als SPÖ-Chefin nicht mehr unterstützt, heißt es aus dem Burgenland.
Pamela Rendi-Wagner werde als SPÖ-Chefin nicht mehr unterstützt, heißt es aus dem Burgenland.Ernst Weingartner / Weingartner-Foto / picturedesk.com
Offene Eskalation in der SPÖ: Im Burgenland wollen Teile der Partei die Bundes-Chefin Pamela Rendi-Wagner nicht mehr unterstützen – auch finanziell.

Es ist eine skurrile Situation: Einerseits ist die SPÖ derzeit in so gut wie allen Umfragen die stärkste Partei im Land, andererseits fliegen bei den Sozialdemokraten mehr denn je öffentlich die Fetzen. Nun erreicht man eine neue Eskalationsstufe. Landesgeschäftsführer Roland Fürst von der burgenländischen SPÖ unter Landeshauptmann Hans Peter Doskozil richtet der SPÖ-Bundes-Chefin Pamela Rendi-Wagner im "Kurier" aus, dass gewaltiges Ungemach droht.

Die Parteimitglieder seien extrem verärgert und würden Pamela Rendi-Wagner nicht mehr unterstützen", so Fürst. Gleichzeigtig tauchten Gerüchte um eine mögliche Abspaltung der burgenländischen Partei von der Bundes-SPÖ auf, das sei aber zumindest laut Fürst derzeit kein Thema. Aber: Einige Funktionäre hätten Unmut darüber geäußert und wollten nicht mehr, dass ein Teil ihrer Beiträge an die Bundes-SPÖ gehe. Zahlungen nach Wien würden aber weitergehen, so Fürst.

"Lieber hätte ich eine indirekte Impflicht, indem PCR-Tests für Ungeimpfte kostenpflichtig werden"

Beobachter rätseln derzeit über die Causa, vermuten, dass Doskozil langfristig daran arbeiten könnte, die Bundes-Partei übernehmen und Bundeskanzler werden zu wollen. Allerdings: Gleichzeitig wird die Warnung laut, dass die Eskalation Doskozil – sollte er das Vorhaben wirklich verfolgen – Sympathien in der Partei kosten könnte. Viele würden sich bereits jetzt schon über den brachialen Kurs und die öffentliche Kritik an der Bundes-SPÖ wundern, hieß es.

Dass sich Doskozil und Rendi-Wagner öffentlich nichts schenken, zeigten auch die jüngsten Tage. Erst kürzlich fuhr Doskozil seiner Chefin, die eine Impfpflicht unterstützt, in die Parade. "Lieber hätte ich eine indirekte Impflicht, indem PCR-Tests für Ungeimpfte kostenpflichtig werden. Das Geld, das dabei hereinkommt, müsste zweckgewidmet ins Gesundheitssystem fließen", so Doskozil zur "Krone". Rendi-Wagner wiederum ließ Doskozil zu seinem Verhalten schon zuvor in der ORF-"ZiB 2" ausrichten: "Das ist ja unsolidarisch gegenüber der gesamten politischen Bewegung und der Sozialdemokratie."

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