Dragon Ball XenoVerse 2 im Test: Ein Déjà-vu

Für Son Goku und Co. gibt es kein Ausruhen, denn Bösewichte manipulieren die Vergangenheit. Moment mal, ein Déjà-vu!
XenoVerse 2 findet zwei Jahre nach den Geschehnissen der ersten Teils statt. Die Story könnte allerdings fast eins-zu-eins mit dem Vorgänger ausgetauscht werden. Wieder kommt es zu Veränderungen in der Zeitlinie, wieder müssen wir losreisen, um die Veränderungen rückgängig zu machen, wieder erstellen wir für unser heldenhaftes Abenteuer einen jungen Kämpfer nach unserem Geschmack. Allzu viel Ideen kann man Bandai Namco bei der Schaffung der Geschichte von XenoVerse 2 nicht zuschreiben.

Noch kleine Ausschnitte aus dem Plot, ohne zu viel zu verraten: Einer der letzten Sayajin, Turles, reist mit Slug und Towa in der Zeit zurück, um sich an Son Goku zu rächen. Das in der Form, dass die Bösewichte wichtige Details in Gokus Kämpfen zu ihren Gunsten verändern und so die Welt ins Chaos stürzen. Eigentlich drängt ja die Zeit, aber beim Einstieg zeigt sich XenoVerse 2 gemächlich, stellt erst einmal alle Steuerungsmöglichkeiten, Orte und jede Menge Charaktere vor, bevor es auf die erste Mission geht.

Für Einsteiger nur bedingt geeignet

Während sich die ersten Kämpfe ziemlich leicht gestalten, werden Einsteiger nur bedingt Freude mit dem Titel haben. Wer sich im Dragon-Ball-Universum nicht auskennt, dem wird die Bedeutung gewisser Kämpfe und die Wichtigkeit der Figuren verborgen bleiben. Bei den Kämpfen selbst gibt es ebenfalls nicht viel Innovation zum ersten Teil, wieder stehen die bekannten Kämpfe wie Son Goku gegen Nappa plus Vegeta und Co. auf dem Spielplan.

Zumindest: Auf die Zocker wartet eine erst gemächlich, später steil ansteigende Lernkurve und ein knackiger Schwierigkeitsgrad ab der Mitte des Titels. Neben den zahlreichen Missionen gibt es auch Unmengen an Nebenquests, von der Fütterung von Majin Boo bis zum Suchen von Dragon Balls. Nur mit viel Training schafft man schließlich die Expertenmissionen, bei denen etwa verlangt wird, einen riesigen Ki-Blast abzuwehren, bevor dieser eine Schneise der Verwüstung reißen kann.

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Riesiges Angebot an Charakteren

Liebevoll umgesetzt ist das Dragon-Ball-Universum in XenoVerse allemal. 68 Charaktere hält es bereit, die mit euch in die Schlacht ziehen. Allzu hilfreich sind sie in den Kämpfen jedoch nicht - statt Gegner auszuschalten, feuern sie unseren oftmals angeschlagenen Charakter meist nur an. Gerade bei Schlachten gegen größere Gruppen hätte man sich mehr Unterstützung der Mitkämpfer erwartet. Dafür wirken die Dialoge überzeugend und geben gut den Tenor des Animes wieder. Ebenso die Musik, die aber in den Kampfpausen dezenter gestaltet hätte werden können.

Grafisch schaffte man es leider nicht, die Möglichkeiten der neuen Konsolengeneration auszunutzen. XenoVerse sieht optisch dem Vorgänger allzu ähnlich, Effekte und Figuren haben sich optisch wenig weiterentwickelt. Umso brillanter zeigt sich aber das Kampfsystem, das komplexer als jenes der Vorgänger daherkommt und beeindruckende Kombos und schnelle Manöverserien ermöglicht. Im Gegensatz zu vielen anderen Prügelspielen müssen nicht umständlich Tastenkombinationen auswendig gelernt werden, sondern lassen sich durch kluge Zusammenstellung fließend abrufen.

Attraktive Individualisierungsmöglichkeiten

Noch stärker schlagen in XenoVerse 2 die vielen Individualisierungsmöglichkeiten des Charakters zu Buche. Levelt man sich hoch, kann man Nahkampf-Schaden, Super-Angriff-Schaden, Ausdauer, Gesundheit und Co. verbessern - wer kein Fighting-Experte ist, achtet hier auf einen gleichmäßigen Mix. Weiters beeinflusst werden die Werte durch verschiedene tragbare Kostüme, für Nebeneffekte sorgen so genannte Kapseln. XenoVerse geht dadurch stark zu einem actionhaltigen Rollenspiel über.

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Richtig genial ist überraschenderweise der Online-Modus von XenoVerse 2. Bis zu 300 Gamer tummeln sich dort, aus denen man sich fünf schnappen und zu Online-Missionen nutzen kann. Hier bekommt man dann auch die Kampf-Unterstützung, die der Singleplayer-Modus leider nicht bieten kann. Lags konnten wir hier keine entdecken, zahlreiche Features wie Ranglisten, Quick-Matches und lokale Duelle halten den Spielspaß hoch. Wer selbst gerade nicht austeilen will, kann einfach auch andere Spieler bei ihren Prügeleien beobachten.

Vieles gleich, dennoch kein Fehlschlag

Dragon Ball XenoVerse 2 kann den Vorwurf leider nicht entkräften, eher eine Neuauflage des Vorgängers als ein echter Nachfolger zu sein. Dementsprechend könnten XenoVerse-Fans von den Features von XenoVerse 2 vor allem bei der Story etwas enttäuscht sein. Auch Einsteiger spricht das Spiel nur bedingt an, weil ein umfassendes Wissen über das Anime nötig ist, um auch emotional in die Geschichte hineingezogen werden zu können.



Quelle: YouTube

Ein Fehlschlag ist Dragon Ball XenoVerse 2 dann aber trotzdem nicht. Wie schon der erste Teil glänzt der Titel mit einem ansprechenden Kampfsystem, das noch einmal verfeinert wurde. Für längeren Spielspaß sorgt nicht nur die umfangreiche Kampagne, sondern auch das Eigenschaften-System. Abseits davon ist kaum ein Prügel-Titel bei der Steuerung so eingänglich und wenig frustrierend wie XenoVerse 2. So kommt der Prügler noch mit einem blauen Auge davon, in der Hoffnung dass XenoVerse 3 dann auch bei Story und Innovationen so richtig zuschlägt. (rfi)

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