Die Außenseiter haben bei dieser Fußball-WM aufgezeigt, im WM-Semifinale stehen aber die Top-Favoriten. Mit Argentinien, Spanien, Frankreich und England rittern die Nummer eins bis vier der Weltrangliste um die WM-Trophäe.
Aus dem Quartett sticht Frankreich für mich heraus. Sie überzeugten bisher am meisten, haben die größte individuelle Klasse im Team, sind jetzt meine Top-Favoriten auf den Titel.
Spanien steigerte sich im Laufe des Turniers. Ab dem Österreich-Spiel waren sie auf Betriebstemperatur, zuletzt entschieden sie beide K.o.-Spiele mit späten Toren für sich – auch das ist Klasse.
Argentinien mühte sich gegen Ägypten und die Schweiz mehr als ihnen lieb sein sollte, hatte bei den Siegen auch Glück. Das Team rund um Superstar Lionel Messi agiert nicht auf Top-Level, ist aber schwer zu schlagen.
Die Engländer meisterten zwei Mega-Hürden: zuerst Mexiko auf 2.200 Meter Seehöhe in der Festung Aztekenstadion, jetzt die starken Norweger bei 33 Grad und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit in Miami. Die Zuseher daheim am Fernseher lassen diese Bedingungen oft kalt, sie sind aber ein riesengroßer Faktor.
Jude Bellingham entschied das Match gegen die Schweiz mit einem Doppelpack. Er lief 120 Minuten, konterte kurz darauf mit jeder Menge Adrenalin im Blut im TV-Interview die Kritik seines Trainers Thomas Tuchel. "Vielleicht weiß er nicht, wie es ist."
Ich liebe es, wenn Spieler die Wahrheit sagen. Das ist seltener geworden, weil solche Aussagen oft gegen dich verwendet werden. Darum gibt es so viele 0815-Antworten bei Interviews. Bellingham zeigt nicht nur am Platz seine Extraklasse.