Ex-ÖFB-Kapitänin

Schnaderbeck teilt Schicksal: Tochter hat Gendefekt

Österreichs Fußball-Star Viktoria Schnaderbeck teilt eine Diagnose, die das Leben ihrer Familie verändert hat. Die ORF-Expertin macht damit Mut.
Sport Heute
12.07.2026, 22:27
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Bewegende Worte von Fußball-Star Viktoria Schnaderbeck! Österreichs ehemalige Nationalteam-Kapitänin machte am Sonntag auf ihrem Instagram-Profil das persönliche Schicksal ihrer Tochter öffentlich und löste damit eine Welle der Solidarität aus.

"Lange haben wir überlegt, ob und wie viel wir über das erzählen wollen, was unser Leben vor einem Dreivierteljahr auf den Kopf gestellt hat", eröffnet die 84-fache Internationale ihr Posting, das sich über acht Slides streckt und auf dem letzten ein Bild ihrer Ehefrau Anna und der gemeinsamen Tochter im Spitalsgang des LKH Graz zeigt.

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Es handelt sich um die Geschichte einer Diagnose, die das Familienleben erst erschüttern und nachhaltig prägen sollte. Neurologen stellten bei der Zweijährigen einen seltenen Gendefekt "Dup15q" fest. Was das für die junge Familie bedeutet, beschreibt der Satz einer zitierten Humangenetikerin: "Es gibt nur wenige Fälle, aber diese zeigen alle eine kognitive Behinderung, Symptome im Autismusspektrum, eine Sprachverzögerung bis fehlende Sprache, eine Wahrnehmungsstörung und ein Epilepsierisiko."

Schnaderbeck stellt klar, dass diese Geschichte in erster Linie ihrer Tochter gehöre. Die 35-Jährige schreibt: "Gleichzeitig haben wir selbst erlebt, wie wertvoll Sichtbarkeit, Austausch und ehrliche Einblicke für betroffene Familien und Angehörige sein können. Deshalb möchten wir heute einen Teil unserer Geschichte teilen - nicht, weil sie unser Leben und unsere Tochter definiert, sondern weil sie zu unserem gemeinsamen Leben und Alltag gehört."

Das Posting erfüllt den erwünschten Zweck. Das zeigt sich schon binnen kürzester Zeit an den Reaktionen: Neben vielen Herzen, etwa von ÖFB-Kollegin wie Sarah Zadrazil und vielen Fans, ist in der Kommentarspalte vor allem viel Dankbarkeit zu lesen. Follower der ORF-Expertin teilen auch ähnliche Schicksale. Die Offenheit auf einem reichweitenstarken Profil macht Mut.

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Dass dieses Posting viel Mut erforderte, schreibt Schnaderbeck selbst: "Noch heute füllen sich unsere Augen mit Tränen, wenn wir diese Zeilen auf dem Handy eintippen." Aber: Seit der Diagnose sind neun Monate vergangen, die viele Erkenntnisse gebracht hätten. Besonders rührend: "Auch, wenn unsere Tochter anders ist, hat sie trotzdem ihre eigene Persönlichkeit und Stärken und bringt uns so viel Freude und wir sind unbeschreiblich stolz auf sie. Und vor allem zeigt sie uns auf ihre Art und Weise, dass sie uns liebt, braucht und bei uns sicher ist."

Schnaderbeck richtet sich mit einem Appell an die Öffentlichkeit: "Heute wissen wir, wie viele Ressourcen– Zeit, Geld, Menschen, Hilfsmittel – es bedarf. Als Eltern macht uns der Gedanke Angst, dass diese Ressourcen in Zukunft limitiert sein könnten und sich dadurch die Lebensqualität unserer Tochter und vieler, vieler anderer Menschen verschlechtert." Österreichs Ex-Verteidigerin bittet um "offenen, respektvollen und rücksichtsvollen" Umgang mit Betroffenen – "ohne Scham und ohne Berührungsängste". Schnaderbecks Bitte: "Setzt euch für die Rechte und Ressourcen von Menschen mit Behinderung und besonderen Bedürfnissen ein – genauso wie für Care/-Pflegearbeit und Inklusion."

Die Grazerin ist aktuell rund um die WM als ORF-Expertin im Einsatz und analysiert für die heimischen Fußballfans schon seit mehr als einem Monat neben Herbert Prohaska und Co. die Spiele aus Übersee im Studio.

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