Dramatische Szenen Dienstagabend in Wien-Landstraße: Eine aufmerksame Zeugin rettete einer 14-Jährigen womöglich das Leben. Die Frau alarmierte gegen 21.35 Uhr die Polizei, nachdem sie zwei verdächtige Personen mit einem Seil in einem Stiegenhaus bemerkt hatte – "Heute" berichtete.
Als die Beamten eintrafen, fanden sie die bewusstlose Wienerin vor und starteten sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Berufsrettung übernahm und brachte die Schülerin ins Spital. Dort wurde sie in künstlichen Tiefschlaf versetzt und konnte daher noch nicht von der Polizei befragt werden. Ihr Zustand war am Mittwoch stabil.
Ein 20-jähriger Schwede, der sich ebenfalls im Stiegenhaus befand, wurde festgenommen. Laut "Heute"-Informationen soll der Mann erst vor wenigen Tagen nach Wien geflogen sein. "Aufgrund der bisherigen Erhebungen ist davon auszugehen, dass der 20-Jährige das Seil besorgt und für den Suizidversuch zur Verfügung gestellt hat", heißt es von der Pressestelle der Wiener Polizei.
Noch völlig unklar ist, wie sich die beiden kennengelernt haben. Auch warum das Wohnhaus ausgewählt wurde, beschäftigt die Kripo. Die 14-Jährige hat laut bisherigen Erkenntnissen keinen Bezug zu der Adresse. Nun werden die Social-Media-Aktivitäten der beiden genau untersucht.
Suizidgedanken? Hol dir Hilfe, es gibt sie.
In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen – außer Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.
Wenn du unter Selbstmord-Gedanken oder Depressionen leidest, dann kontaktiere bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer 142 – täglich 0-24 Uhr!
Der Vorfall erinnert an verstörende internationale Fälle rund um das Gewalt- und Manipulationsnetzwerk "764". Wie berichteten, sollen Täter dort gezielt psychisch labile Jugendliche über Onlineplattformen manipulieren und zu Selbstverletzungen oder Gewalttaten drängen.
Besonders erschütternd: In Hamburg fand im Jänner ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Kopf der Szene mit dem Alias "White Tiger" statt. Dem jungen Mann wurden 204 Straftaten vorgeworfen. Laut Ermittlern soll er Jugendliche online unter Druck gesetzt und zu grausamen Taten angestiftet haben.
Ob es im Wiener Fall tatsächlich Verbindungen in diese Szene gibt, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.