Das etwa 15 Tage alte Nilpferd war getrennt von seiner Mutter in einem Gebüsch an einem Fluss in der Gemeinde Puerto Nare im Nordwesten Kolumbiens entdeckt worden. Einsatzkräfte brachten das Jungtier sofort in Sicherheit und versorgten es medizinisch.
Nachdem sich sein Zustand zunächst stabilisiert hatte, wurde das Tier auf die Hacienda Nápoles, das ehemalige Anwesen von Pablo Escobar, gebracht. Das frühere Luxus-Anwesen ist heute ein Themenpark und Schutzgebiet für Nilpferde.
Doch der Gesundheitszustand des Jungtiers verschlechterte sich erneut. Nach Angaben der behandelnden Tierärzte litt das Nilpferd unter starker Dehydrierung, Unterernährung und einer schweren Magen-Darm-Erkrankung. Trotz intensiver Behandlung habe das Tier nicht auf die Therapie angesprochen und sei schließlich gestorben.
Die Nilpferde gehen auf vier Tiere zurück, die Drogenboss Pablo Escobar in den 1980er-Jahren für seinen privaten Zoo nach Kolumbien bringen ließ. Nach seinem Tod entkamen die Tiere, vermehrten sich unkontrolliert und breiteten sich entlang der Flüsse aus.
Heute leben nach Angaben des Umweltministeriums rund 200 Nilpferde in Kolumbien – die größte frei lebende Nilpferdpopulation außerhalb Afrikas.
Was einst als Kuriosität begann, ist inzwischen ein ernstes Problem. Nilpferde zählen zu den gefährlichsten Tieren der Welt und wurden in Kolumbien offiziell als invasive Art eingestuft. Sie verdrängen heimische Tierarten und verändern die Ökosysteme der Region.