In fünf Monaten des heurigen Jahres regnete es deutlich weniger als im langjährigen Mittel: Jänner, März, April, Mai und Juli waren zu trocken. Nur der Februar brachte überdurchschnittlich viel Niederschlag. Auch im Juni fiel über das gesamte Stadtgebiet betrachtet zu wenig Regen.
Die Linzer Stadtklimatologie beziffert das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn auf rund 50 Milliarden Liter. Das entspricht etwa dem 100-fachen Wasservolumen des Pleschinger Sees. Der Dürreindex stufte die Lage über knapp vier Monate als schwere Dürre ein, zeitweise lag Linz sogar knapp an der Grenze zur extremen Dürre.
"Neben der Hitze macht uns die Trockenheit auch in Linz immer mehr zu schaffen", sagt Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne). Das Defizit hinterlasse deutliche Spuren in der Stadtnatur und an den Bächen. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass längere Hitze- und Trockenphasen künftig häufiger auftreten."
Besonders dramatisch war die Lage an den Urfahraner Bächen. Seit Ende April lagen die Pegelstände am Haselbach fast durchgehend unter 20 Zentimetern. Zuerst trocknete der Unterlauf des Diesenleitenbachs aus, später fielen auch erhebliche Teile des Haselbach-Unterlaufs trocken.
Bereichsleiter Georgios Kyriazis vom städtischen Wasserbau arbeitet deshalb mit weiteren Fachleuten vom Beaver Lab an Gegenmaßnahmen. Insgesamt wurden 21 künstliche Biberdämme errichtet. Sie bremsen den Abfluss und konnten das Austrocknen einzelner Abschnitte um mehrere Wochen verzögern.
Finanzstadtrat Thomas Gegenhuber (SPÖ) sieht darin eine "vergleichsweise einfache und naturbasierte Technik". Solche Projekte würden helfen, "konkrete Antworten auf die Folgen des Klimawandels zu entwickeln". Die Stadt setzt außerdem auf mehr Begrünung, zusätzliche Bäume, Trinkbrunnen und den Schutz der Gewässer.