Die anhaltende Trockenheit sorgt in ganz Europa für historisch niedrige Wasserstände. In der Donau etwa sind die Pegel so tief gesunken, dass deutsche Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg sichtbar werden. Die Wracks gehörten zur deutschen Schwarzmeerflotte und wurden 1944 von deutschen Truppen versenkt, als sie sich vor der vorrückenden Roten Armee zurückzogen.
In Bulgarien brachte das Niedrigwasser sogar Mammutknochen zum Vorschein. Fachleute des Museums für regionale Geschichte in Rousse untersuchten die Funde: einen Kieferknochen, Teile von Stoßzähnen, ein Schulterblattstück und einen Oberschenkelknochen des ausgestorbenen Eiszeit-Riesen.
Die eindrücklichsten Bilder zeigt der Spiegel in einer Fotostrecke, wie das deutsche Nachrichtenmagazin berichtet. In Hessen ist demnach das sogenannte "Edersee-Atlantis" wieder aufgetaucht - Ruinen von drei Dörfern, die 1913 für den Bau der Sperrmauer geflutet wurden. Normalerweise fasst der See bis zu 200 Millionen Kubikmeter Wasser, aktuell sind es nur noch rund 40 Millionen.
Auch am Rhein, der wichtigsten Wasserstraße Deutschlands, ist die Lage angespannt. An der entscheidenden Engstelle Kaub nähert sich der Pegel einem historischen Tiefstand. Die Dürre beeinträchtigt nicht nur den Schiffsverkehr, sondern lockt auch Schaulustige an, die die sonst verborgenen Relikte besichtigen wollen.
Die Donau, die vom Schwarzwald durch zehn Länder bis ins Schwarze Meer fließt, zeigt in manchen Abschnitten Rekordtiefstände. Sandbänke, die normalerweise unter Wasser liegen, dienen nun als Spazierwege. In Kroatien wurde ein etwa hundert Jahre altes Schiffswrack freigelegt, das vermutlich zwischen den beiden Weltkriegen bei Opatovac versunken ist.
Ein Ende der Trockenheit ist vorerst nicht in Sicht.