Die extreme Dürre macht der Donau schwer zu schaffen. In Ungarn, Serbien und Kroatien ist der Wasserstand auf den niedrigsten Stand seit rund 30 Jahren gefallen. In Budapest könnte der Pegel in den kommenden Tagen auf nur noch 35 Zentimeter sinken – und damit den historischen Tiefstand aus dem Jahr 2018 fast erreichen, berichtet die tschechische Zeitung "iDNES".
Die Folgen sind bereits massiv. Frachtschiffe können vielerorts nur noch mit halber Ladung fahren, in Serbien sind mehrere Schiffe bereits auf Grund gelaufen. Auch Flusskreuzfahrten werden abgesagt oder verkürzt, die Zahl der Buchungen geht deutlich zurück.
Mit dem sinkenden Wasser kommen zugleich längst vergessene Relikte zum Vorschein. In Kroatien tauchte das Wrack des 1937 gesunkenen Frachtdampfers "Fulton" wieder auf. In Ungarn wurden Überreste eines Kriegsschiffs aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, in Serbien rostige Wracks der ehemaligen deutschen Schwarzmeerflotte.
Doch nicht nur historische Funde bereiten Sorgen. In Budapest musste nach dem Fund einer funktionstüchtigen Artilleriegranate ein Uferbereich gesperrt werden. Experten rechnen damit, dass mit weiter sinkendem Wasserstand noch mehr Blindgänger und andere Kriegsmunition auftauchen könnten.
Hydrologen sehen die Ursache in der anhaltenden Dürre, die durch den Klimawandel zusätzlich verschärft wird. Da in den nächsten Tagen kaum Regen erwartet wird, dürfte sich die Lage vorerst nicht entspannen.