Nach Angaben des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif haben sich die USA und der Iran auf die endgültige Fassung eines Friedensabkommens verständigt. Auf X erklärte Sharif am Freitag: "Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, einvernehmlich abgestimmter Text des Friedensabkommens vorliegt." Pakistan arbeite nun "eng mit beiden Seiten zusammen, um die nächsten Schritte abzuschließen".
"Frieden war noch nie so nah wie jetzt", erklärte Sharif weiter. Er sprach zudem von einer "unablässigen Desinformationskampagne, die von jenen geführt wird, die das Friedensabkommen sabotieren wollen".
Auch Irans Außenminister Abbas Araghtschi betonte auf der Plattform X die Nähe zu einer möglichen Einigung. Beide Seiten seien einer Vereinbarung "nie näher gewesen", schrieb er. Zugleich appellierte er an die Medien, bis zum Abschluss der Gespräche "Abstand von Spekulationen über den Inhalt nehmen". Details würden erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.
US-Präsident Donald Trump zeichnete dagegen ein deutlich anderes Bild. Obwohl er mehrfach erklärt hatte, die Gespräche stünden kurz vor einem Durchbruch, kritisierte er auf Truth Social, es sei unmöglich, mit den Iranern "in guten Glauben zu verhandeln". Angaben aus Teheran zu einer möglichen Friedensvereinbarung "entbehren jeglicher Realität".
Zuvor hatten die iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Mehr über angebliche Inhalte einer Absichtserklärung berichtet. Demnach sollte eine Einigung unter anderem das Ende der Kämpfe im Libanon, die Kontrolle des Iran über die Straße von Hormus, die Freigabe iranischer Vermögenswerte sowie die Fortsetzung der Urananreicherung umfassen.
Trump wies diese Berichte entschieden zurück. "Die den Lügenmedien zugesteckten Bedingungen haben nichts mit den Punkten zu tun, denen wir schriftlich zugestimmt haben", erklärte er auf Truth Social. Die Aussagen aus dem Iran seien "schwach und erbärmlich", die Iraner zudem "sehr unehrenhafte Menschen".
Unterdessen blieb die Lage in der Region angespannt. Trotz der seit Anfang April geltenden Waffenruhe kam es zuletzt mehrfach zu gegenseitigen Angriffen. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, worauf Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait reagierte. In der Nacht auf Freitag wurden jedoch keine neuen Angriffe gemeldet.