Schwedische Verteidigungspolitiker schlagen Alarm: Sie schließen russische Militärangriffe auf Schweden oder andere Nato-Staaten in naher Zukunft nicht aus. "Ein bewaffneter Angriff auf Schweden oder andere Verbündete kann nicht ausgeschlossen werden", heißt es im aktuellen Bericht des Verteidigungsausschusses im schwedischen Parlament, der am Freitag veröffentlicht wurde.
Moskau könnte laut Bericht solche "militärischen Vorstöße" nutzen, um den Zusammenhalt der Nato und die "Glaubwürdigkeit" der gegenseitigen Beistandspflicht – also Artikel 5 – auf die Probe zu stellen. Die Verteidigungspolitiker warnen, dass russische Angriffe schon "in der relativ nahen Zukunft stattfinden könnten, wenn die politische Lage vom Kreml als günstig eingeschätzt wird".
Artikel 5 des Nato-Vertrags regelt, dass ein Angriff auf ein Mitgliedsland als Angriff auf die gesamte Allianz gilt.
Doch US-Präsident Donald Trump hat mit seiner scharfen Kritik an der Nato und einzelnen Mitgliedern Zweifel daran geschürt, ob die USA im Ernstfall tatsächlich einem angegriffenen Nato-Partner zur Seite stehen würden.
Der Bericht des schwedischen Ausschusses betont weiters, dass Russland auch dann angreifen könnte, wenn das Land militärisch eigentlich gar nicht dazu in der Lage scheint.
Im laufenden Angriffskrieg gegen die Ukraine steht Moskau durch ukrainische Gegenangriffe hinter den Frontlinien und sogar tief im eigenen Staatsgebiet zunehmend unter Druck.
Schweden hat – wie auch das Nachbarland Finnland – nach dem russischen Überfall auf die Ukraine mit seiner jahrzehntelangen Neutralität gebrochen und ist 2024 der Nato beigetreten.