Dutzende Strafen, Lawinen und Serien-Unfälle auf Pisten

Warteschlange der Skifahrer am Schlepplift in Eberschwang.
Warteschlange der Skifahrer am Schlepplift in Eberschwang.Johanna Schlosser / picturedesk.com
Strafen, schwere Ski-Unfälle und Lawinen: Der Samstag wurde zur Corona-Herausforderung für die Einsatzkräfte und die heimischen Krankenhäuser.

Gleich 50 Anzeigen hagelte es alleine in Vorarlberg, wo die Polizei am Samstag die Anreise in die Skigebiete sowie die Einhaltung der Covid-19-Maßnahmen an den Skiliften und in den Beherbergungsbetrieben kontrollierte. Schwerpunktmäßig wurden der Mindestabstand an den Liftanlagen und das Tragen der FFP2-Masken überprüft. Insgesamt stellte die Polizei landesweit 50 Organstrafmandate, vorwiegend wegen Nichteinhaltung der Maskenpflicht, aus.

Dazu kommen noch fünf Anzeigen wegen Übertretung des Covid-19-Notmaßnahmengesetz. "Ganz selten wurden bei der Anreise in die Skigebiete illegal eingereiste Tagesgäste aus Deutschland oder der Schweiz festgestellt", heißt es von der Landespolizeidirektion Vorarlberg. Sie wurden zur Rückreise aufgefordert und werden angezeigt. Bei der Kontrolle der Beherbergungsbetriebe wurden keine Verstöße festgestellt. 

Vier Alpinisten von Lawine mitgerissen

Samstagmittag wurden in Schladming im Bezirk Liezen vier Skitourengeher im Alter von 42 bis 61 Jahren von einer Lawine mitgerissen und zum Teil verschüttet. Dabei wurde ein 39-Jähriger unbestimmten Grades verletzt. Gemeinsam unternahmen die vier Männer im Alter von 39, 42, 50 und 61 Jahren am Samstag eine Skitour über das Knappenkreuz und das Vetternkar auf die Engelkarspitze. Auf der Abfahrt querten die Alpinisten nach etwa 200 bis 300 Metern einen Nordhang in Richtung Westen, wo sie sich sammelten und in der Folge einzeln talwärts fuhren.

Als der 39-Jährige als Zweiter in den Hang einfuhr, löste sich plötzlich ein Schneebrett, welches alle vier Alpinsportler mitriss. Aller vier Männer wurden zum Teil verschüttet. Sie konnten ihre mitgeführten Airbags auslösen, wobei einer davon nicht funktionierte. Lediglich der 61-Jährige konnte sich nicht eigenständig aus der Lawine befreien. Offenbar unbekannte Skitourengeher im Bereich der Kampspitze dürften die Rettungskräfte alarmiert haben. Der 39-Jährige erlitt am Knie Verletzungen unbestimmten Grades und wurde vom Rettungshubschrauber C14 in die Diakonissen-Klinik-Schladming eingeliefert.

Skifahrer bei Unfall schwer verletzt

In St. Georgen am Kreischberg im Bezirk Murau wiederum kollidierten Samstagmittag zwei Skifahrer im Alter von 14 und 24 Jahren. Dabei wurden beide schwer verletzt. Kurz vor 12 Uhr fuhr der 14-jährige Skifahrer aus dem Bezirk Murau auf der sogenannten "Panorama-Umfahrung" des Skigebietes Kreischberg in Richtung Tal. Als er in der Folge über eine Kuppe auf der präparierten Piste sprang, kollidierte er mit dem 24-jährigen Skifahrer aus Graz.

Dieser dürfte die Piste zu diesem Zeitpunkt etwa zehn Meter unterhalb der Kuppe gequert haben. Beide Skifahrer trugen einen Helm, erlitten jedoch schwere Verletzungen aufgrund der Kollision. Sie wurden von Einsatzkräfte der Bergrettung Murau, dem Pistendienst, einem Alpinpolizisten sowie einer zufällig vor Ort anwesenden Krankenschwester medizinisch erstversorgt. Beide wurden vom Notarzthubschrauber C11 ins UKH Klagenfurt geflogen.

Unfallserie im Schnee in Kärnten

Auf der Gegendtalerabfahrt im Schigebiet Gerlitzen im Bezirk Villach fuhr Samstagnachmittag ein 47-jähriger Mann aus dem Bezirk Villach mit seinen Skiern talwärts und kam dabei zu Sturz. Der Mann erlitt Verletzungen unbestimmten Grades am Kopf und wurde nach der Erstversorgung vom Rettungshubschrauber RK 1 in das Unfallkrankenhaus Klagenfurt gebracht. Eine 56-jährige Frau aus dem Bezirk Villach kam gegen 13:30 Uhr mit ihren Skiern auf der Pacheinerabfahrt im Schigebiet Gerlitzen aus eigenem Verschulden zu Sturz und wurde unbestimmten Grades am Knie verletzt.

Die Frau wurde ebenfalls vom Rettungshubschrauber RK 1 in das Landeskrankenhaus Villach gebracht. Bei der Abfahrt von einer Skitour im Astental in der Gemeinde Mörtschach im Bezirk Spittal an der Drau kam am Samstagmittag eine 53-jährige Frau aus dem Bezirk Jenbach in Tirol zu Sturz und zog sich dabei eine schwere Beinverletzung zu. Die Skitourengeherin wurde von der Besatzung des Rettungshubschraubers RK 1 geborgen und in das Bezirkskrankenhaus Lienz geflogen.

Lawinen in Vorarlberg und Tirol

Am Samstag gegen 12:30 Uhr stieg eine vierköpfige Gruppe mit Tourenschiern auf den Grat des Schafbodenkopfes in Gaschurn in Vorarlberg auf. Bei der anschließenden Abfahrt lösten sich unmittelbar, nachdem der erste Tourengeher in den nordöstlich ausgerichteten Hang eingefahren war, mehrere Lawinen. Ein Schneebrett ging vom Gipfelgrat auf die Aufstiegspur nieder. Durch die Lawinen wurde niemand verschüttet. Nachdem die Landesleitzentrale der Polizei verständigt wurde, führte die Hubschrauberbesatzung Libelle einen Sichtflug aus, bei dem keine Einfahrtspuren entdeckt wurden.

Bereits zuvor kurz nach 11 Uhr erstattete ein Schitourengeher die Anzeige, dass an der Ostseite des Kahorn in St. Jakob im Defreggental in Tirol eine Lawine abgegangen sei. Da aufgrund vorhandener Skispuren nicht gänzlich ausgeschlossen werden konnte, dass es Verschüttete gibt, wurde eine Suchaktion gestartet, an der die Bergrettung Defereggen mit 18 Mann und drei Suchhunden, die Alpinpolizei mit zwei Mann sowie zwei Notarzthubschrauber und ein Polizeihubschrauber beteiligt waren. Die Suche nach verschütteten Personen verlief negativ. Der Einsatz konnte um 14.15 Uhr abgebrochen werden.

Hubschraubereinsatz wegen verlorenem Schuh

Am Samstagnachmittag gerieten ein 27-Jähriger und eine 22-Jährige in eine alpine Notlage in Eisenerz im Bezirk Leoben. Sie wurden von einem Polizeihubschrauber gerettet. Beim Abstieg von der Seemauer verstiegen sich die beiden Grazer offenbar im Gelände, wobei die 22-Jährige ihren rechten Schuh verlor und nicht mehr weiter absteigen konnte.

Beide waren im alpinen Gelände nur mit einer Weste bekleidet und hatten lediglich Laufschuhe getragen. Gegen 16.40 Uhr verständigten sie schließlich die Einsatzkräfte. Flug- und Alpinpolizisten retteten die beiden Wanderer in der Folge mit dem Tau eines Polizeihubschraubers und brachten sie unverletzt in Sicherheit.

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