Dutzende Tote und über 8.100 neue Corona-Fälle

Ärzte auf den Intensivstationen sind am Limit: 642 Patienten werden dort derzeit behandelt.
Ärzte auf den Intensivstationen sind am Limit: 642 Patienten werden dort derzeit behandelt.BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com
Spitäler am Anschlag und Angst vor Omikron: Am Dienstag zählt Österreich 8.186 Corona-Neuinfektionen und 67 Tote in den jüngsten 24 Stunden.

Der Wochenbeginn brachte Österreich erstmals seit Wochen wieder eine leichte Entspannung, allerdings auf extrem hohem Niveau: Am Montag meldeten die Ministerien 8.526 Corona-Neuinfektionen und 37 Todesfälle, die Woche zuvor waren es noch 13.806 Neuinfektionen und 27 Todesfälle. Während die Infektionen also leicht zurückgingen, steigen die Patientenzahlen immer weiter an: 619 Kranke waren Montag auf Intensivstationen, 3.326 in krankenhäuslicher Behandlung.

Am Dienstag nun die neuen, brandaktuellen Zahlen: Die Ministerien melden 8.186 Corona-Neuinfektionen und 67 Todesfälle. Zum Vergleich: Am Dienstag vor einer Woche, dem 23. November 2021, waren es noch 9.513 Neuinfektionen und 72 Tote.

Bisher gab es in Österreich 1.159.995 positive Testergebnisse. Mit heutigem Stand (30. November, 9:30 Uhr) sind österreichweit 12.492 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben und 1.007.909 wieder genesen.

Kein einziges Intensivbett mehr frei

Gleichzeitig bleibt die Situation in den Spitälern weiter zum Zerreißen angespannt. In nur einem Tag kamen 110 neue Patienten auf den Normalstationen und 23 neue Patienten auf den Intensivstationen hinzu. Damit kämpfen nun bereits 642 Menschen auf den Intensivstationen mit Corona um ihr Leben, auf den Normalstationen werden nun 2.840 Patienten behandelt. Höchste Alarmstufe: Kärnten hat kein einziges Intensivbett für Corona-Patienten mehr frei, in Salzburg steht nur mehr eines zur Verfügung, in Tirol sind es fünf freie Betten.

Neuinfektionen und Tote in den Bundesländern

Burgenland 185 Neuinfektionen und 3 Tote
Kärnten 723 Neuinfektionen und 7 Tote
Niederösterreich 1.287 Neuinfektionen und 18 Tote
Oberösterreich 1.754 Neuinfektionen und 16 Tote
Salzburg 545 Neuinfektionen und 3 Tote
Steiermark 1.290 Neuinfektionen und 6 Tote
Tirol 946 Neuinfektionen und 4 Tote
Vorarlberg 520 Neuinfektionen und 4 Tote
Wien 936 Neuinfektionen und 6 Tote

Lockdown-Gipfel blieb ohne Ergebnis

Der Lockdown-Gipfel der Regierung am Montag sollte klären, ob der Lockdown bisher genug Wirkung zeigt, um an den Öffnungsschritten am 12. Dezember festhalten zu können. Mittlerweile wurde die neue Virus-Variante Omikron mittels Sequenzierung in Österreich nachgewiesen, konkret in Tirol, weitere Verdachtsfälle würden derzeit außerdem untersucht. Wackelt nun das Lockdown-Ende, bleiben wir gar bis ins Jahr 2022 im Shutdown? Auf eine Antwort kam man nicht.

Dafür steht am Dienstag gleich ein neuer Gipfel, nämlich zur Impfpflicht an. Um 9 Uhr startete ein Runder Tisch zur Impfpflicht mit Verfassungsjuristen, Wissenschaftlern, Gesundheitsexperten, dem Verfassungsdienst, der Bioethikkommission und Vertretern von SPÖ und NEOS mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) im Kanzleramt bei Alexander Schallenberg (ÖVP).

Dementi zu möglichen Mega-Strafen

Vorab berichtete die "Presse", dass ein erster Entwurf für das "Covid-19-Impfschutzgesetz" vorliege: Wer der Impfpflicht nicht nachkomme, soll von der Bezirksverwaltungsbehörde vorgeladen werden – zwei Mal im Abstand von vier Wochen. Geht man dann immer noch nicht impfen, drohen bis zu 3.600 Euro Strafe – oder vier Wochen Haft. Wer bereits zwei Mal wegen Verstößen bestraft wurde, zahlt 7.200 Euro (alternativ sechs Wochen Haft), heißt es im Bericht.

Diese Causa bestreitet die Regierung im Vorfeld des Gipfels vehement: Es gebe noch gar keinen Entwurf und die genannten Strafen seien jedenfalls falsch, hieß es. Klar ist allerdings ebenfalls im Vorfeld: Auch wenn die Oppositionsparteien bei einem Impfpflicht-Vorhaben nicht mitziehen, könnte dieses problemlos Realität werden. Die Stimmen von ÖVP und Grünen reicht für eine einfache Mehrheit, die es zur Einführung der Impfpflicht brauchen würde.

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