Der Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto gewinnt rasant an Fahrt.
Laut einer Auswertung der deutschen Versicherung HUK Coburg stieg im zweiten Quartal 2026 annähernd jeder achte Privatkunde, der sein Auto wechselte, auf einen reinen Stromer um – der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2020.
Besonders bemerkenswert: Die Quote liegt doppelt so hoch wie die gesamte Jahresbilanz 2025. Auch der Gebrauchtwagenmarkt erlebt eine Trendwende: Die Umsteigequote erreichte dort mit 7,9 Prozent einen neuen Rekordwert.
"Der Hochlauf der Elektromobilität hat eine neue Dimension erreicht, auch angetrieben durch die stark gestiegenen Spritpreise", sagt Jörg Rheinländer aus dem Vorstand der HUK Coburg, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.
Die offiziellen Zulassungszahlen bestätigen den Trend: Im Juli 2026 wurden in Deutschland knapp 78.600 reine E-Autos neu zugelassen – ein Plus von 61,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit war fast jeder dritte neue Pkw ein Stromer.
Auch in Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild: E-Autos und Hybride legten in den ersten sieben Monaten 2026 jeweils um rund 30 Prozent zu, während die Zahl der Verbrenner-Zulassungen rückläufig ist.
HUK-Coburg-Vorstand Rheinländer sieht in elektrischen Gebrauchtwagen einen möglichen "Gamechanger" und fordert eine Ausweitung der staatlichen E-Auto-Prämie auf Gebrauchtkäufe. Der Gebrauchtwagenmarkt macht rund zwei Drittel aller Pkw-Verkäufe aus und könnte damit zum entscheidenden Hebel für die Klimaziele werden.