Wissenschafter der ganzen Welt sind auf der Suche nach einem Heilmittel gegen die um sich greifende Seuche Ebola. Nachdem zMapp nicht den erwarteten Erfolg gebracht hatte, könnte nun eine ursprünglich von Wiener Wissenschaftern entwickelte Biotech-Substanz den durchbrechenden Erfolg bringen.
Wissenschafter der ganzen Welt sind auf der Suche nach einem nicht den erwarteten Erfolg gebracht hatte, könnte nun eine ursprünglich von Wiener Wissenschaftern entwickelte Biotech-Substanz den durchbrechenden Erfolg bringen.
Mittlerweile befindet sich der Ebola Patient aus Sierra Leone, der in Frankfurt mit dem Wirkstoff FX06 behandelt wurde, auf dem Weg der Besserung. Möglicherweise hat FX06 den Kinderarzt über die kritische Komplikation des Flüssigkeitsaustrittes in die Lunge so hinübergerettet, dass er die kritische Phase überstand.
Das neue Mittel stammt von Peter Petzelbauer, Chef der Abteilung für Haut- und Endothelforschung der Wiener Universitäts-Hautklinik. Für die Entwicklung entschied man sich zunächst für die Anwendung als zusätzliches Medikament bei Ballondilatationen von durch Blutgerinnsel verlegte Herzkranzgefäße. Dabei tritt durch den schnell wiederhergestellten Blutfluss und die Sauerstoffversorgung eine zum Infarkt noch zusätzlich schädigende Entzündungsreaktion auf. In Tierversuchen konnte man den Infarktschaden durch FX06 hingegen um 50 Prozent reduzieren.
In Tierversuchen zeigte sich 2004 weiters, dass man mit dem Peptid FX06 Tiere nach schweren bakteriellen Infektionen zu 88 Prozent vor einer tödlichen Sepsis schützen konnte. Unbehandelt überlebten in dem Modell nur 25 Prozent. Die Verhinderung der schweren Komplikationen durch Dengue-Virus-Erkrankungen wurde mit FX06 belegt. Man dachte damals auch bereits an Sars und Ebola.
Breiterer Einsatz soll folgen
Derzeit reiche die vorhandene Substanzmenge für 200 bis 300 Patienten. Damit könnten man im ersten Schritt mit Ebola infizierte und erkrankte Angehörige des Gesundheitspersonals in Westafrika unter kontrollierten Bedingungen behandeln, ebenso aus dem Seuchengebiet evakuierte Patienten die zur intensivmedizinischen Betreuung evakuiert werden. Aufbauend auf den dabei gesammelten Erkenntnissen könne dann eventuell an einem breiteren Einsatz gedacht werden.
Erfinder ist nicht mehr beteiligt
Mittlerweile ist der Wiener Dermatologie-Forscher Peter Petzelbauer nicht mehr an der Entwicklung beteiligt. "Es tut mir leid, dass wir damals den Weg zu einem Medikament nicht zustande gebracht haben. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn man das jetzt schaffen würde. Ich bin aber weder finanziell noch wissenschaftlich mehr daran beteiligt", sagte er.