Ecstasy erlebt laut Drogenbericht eine Renaissance

Am Dienstag wurde der Europäische Drogenbericht 2016 der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) veröffentlicht. Neben den ohnehin bekannten Tatsachen, dass der Konsum und der Handel mit Drogen ein illegales Milliardengeschäft darstellt sticht dabei vor allem der Vormarsch von Ecstasy ins Auge.

 

Speziell in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts waren die kleinen bunten Pillen mit dem Wirkstoff MDMA, die einen stundenlang tanzen ließen und für ungeheure Liebes- und Mitteilungsbedürftigkeit bei Konsumenten sorgten, im wahrsten Sinn des Wortes in aller Munde. Nach Jahren der Rückläufigkeit erfreut sich Ecstasy in jüngster Vergangenheit nun wieder größerer Beliebtheit.

Zwischen den 15- bis 34-Jährigen sollen im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Menschen EU-weit Ecstasy genommen haben. Das Rauschmittel sei daher keine Nischendroge der Technoszene mehr, sondern wird von einer breiteren Gruppe von Menschen konsumiert.

Grund dafür ortet man vor allem in neuen Wegen der Beschaffung von Drogenausgangsstoffen, neuen Herstellungsverfahren und eine starke Zunahme beim Onlineangebot. EMCDDA-Direktor Alexis Gooseel warnt junge Konsumenten davor, hoch dosierte Produkte zu sich zu nehmen, ohne die damit verbundenen Risiken ausreichend zu kennen.

Abwasseruntersuchungen in zahlreichen großen Städten untermauern den Vormarsch von Ecstasy. Der Anteil von MDMA liegt weit höher als noch im Jahr 2011.

Cannabis auch im Aufwärtstrend

Neben MDMA erlebt auch Cannabis einen Aufwärtstrend. In den letzten 12 Monaten haben 22,1 Millionen Erwachsene zwischen 15 und 34 Jahren zum Joint oder der Bong gegriffen. Viele davon konsumieren täglich. Auch Kokain und Amphetamine werden nach wie vor von genommen.

Der Bericht des EMCDDA schätzt den Endkundenmarkt für illegale Drogen in der EU im Jahr 2013 auf 24,3 Milliarden Euro ein. Dieser Wert dürfte sich in den letzten Jahren ebenfalls erhöht haben.

Neben den klassischen Drogen wie Cannabis, Kokain und Heroin machen sich allerdings auch immer mehr neue, synthetische Stoffe auf dem Markt breit. 

Österreich in der unteren Mittelklasse

Entgegen des europäischen Trends ist die Zahl der Drogentoten durch eine Überdosis in Österreich rückläufig. Im Jahr 2014 starben hierzulande 122 Menschen nach dem Konsum von Drogen. EU-weit waren es 6.800 Fälle. Generell liegt Österreich im europäischen Vergleich beim Drogenkonsum laut dem Bericht in der "unteren Mittelklasse". 

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