"Egal" – Wiener flog im Lockdown ohne Test und Impfung

Flughafen Wien-Schwechat
Flughafen Wien-SchwechatBild: picturedesk.com (Symbol)
Ein junger Wiener flog mitten im Lockdown von Wien-Schwechat nach London. Ohne Test und ohne Impfung. 

Corona-Management werde bei der Regierung ganz groß geschrieben, nimmt man an, wenn man die staatstragenden Pressekonferenzen verfolgt. Da wurde einem am vergangenen Freitag mit ernster, besorgter Miene erklärt, es tue den Politikern leid, dass nun Millionen Menschen extra zweimal zur Impfung gingen, dort stundenlang Schlange standen, in Vorfreude auf die Einhaltung des mehrfach von den obersten Regierenden des Landes ausdrücklichen Versprechens, Geimpften würde ein weiterer Lockdown erspart werden. Dem sei nun doch nicht so. "Sorry".

Kommentar von "Heute.at-Chefredakteur Clemens Oistric: Lockdown-Ende am 12.12.? Bitte versprecht uns nix mehr!

Umso mehr regt einen dann auf, wenn man hört, was "Heute"-Leserreporter Florian H., 23, aus Wien erlebt hat. Der Student hat keine Corona-Impfung bekommen, weil er keine wollte. Eigentlich könnte man jetzt argumentieren, dass Florian mit seiner Entscheidung gegen eine Schutzimpfung jegliches Recht verwirkt habe, sich über irgendwas aufzuregen – er spiele ja nicht mit.

Jetzt lesen: Geheimplan – wer Impfung verweigert, zahlt 3.600 Euro

Wenn denn Gesagtes eingehalten würde. Denn seit Beginn der Pandemie mussten wir wiederholt auf schmerzvolle Art feststellen: Was auf einer Pressekonferenz angekündigt wird und was dann getan wird, sind zu oft zwei Paar Schuhe.

Nichts kontrolliert

Vor seinem Abflug von Wien Schwechat nach London hatte der Wiener es Dienstagfrüh zudem verschwitzt, einen PCR-Test zu machen. "Egal", so der 23-Jährige. "Ich probier's trotzdem". Mit Erfolg! Weder in Wien noch in London befand es irgendjemand der Mühe Wert, Florian H. nach einem Impfnachweis oder einem gültigen negativen PCR-Test zu fragen.

"Sie sind eh geimpft, oder?", fragte man den jungen "Heute"-Leser. "Jaja", log der. Damit war die Sache erledigt. Wir erwähnen im Artikel zum Schutz des Leserreporters nicht sein Rückflugdatum. Einerseits, um ihn vor möglichen Konsequenzen im Ausland zu schützen und andererseits, um zu überprüfen, ob es sich bei dem kompletten Versagen um einen bedauerlichen Einzelfall handelte. Wenn nicht, lesen Sie's nämlich bei uns. 

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