Nach der Bluttat in einer Flüchtlingsunterkunft am Stefan-Fadinger-Platz in Wien-Favoriten kommen nun die tragischen Hintergründe ans Licht: Mittwochnachmittag lief ein Streit zwischen Ayman A. Z. und seiner sieben Jahre jüngeren Ehefrau in einer Asylunterkunft völlig aus dem Ruder. Im Zorn soll die 45-Jährige ihren Mann angespuckt haben.
Ayman A. Z. soll laut ersten Erkenntnissen der Ermittler rot gesehen haben, sich ein Messer geschnappt und zugestochen haben. Im Schock taumelte er auf die Straße und lief auf Streifenpolizisten zu. Blutverschmiert jammerte er die Beamten an: "Meine Frau hat mich geschlagen" – und führte sie dann zu seiner Zwei-Zimmer-Wohnung (Monatsmiete: rund 300 Euro warm). Dort entdeckten die Beamten das bewusstlose Opfer in einer Blutlache. Selbst die Kunst der Ärzte konnte nichts mehr ausrichten; die Frau starb noch am Tatort.
Der Verdächtige (52) ließ sich widerstandslos festnehmen. Ein Verhör durch die Kripo ist im Gange. "Heute"-Infos zufolge lebte der Asylwerber – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – seit knapp fünf Jahren in dem Heim in Favoriten. Die Familie (das Paar hat einen Sohn im Teenageralter) fiel niemals negativ auf: "Ich habe den Mann ein paar Mal gesehen und mit ihm einige Worte gewechselt. Er wirkte sehr nett auf mich, ich hätte ihm eine derartige Tat niemals zugetraut", so Seelsorger Emanuel Aydin im "Heute"-Gespräch. Die Ehefrau habe der Geistliche "nur einige wenige Male in all den Jahren" gesehen.
Der Seelsorger der syrisch-orthodoxen Kirche hatte aber wenig Kontakt mit Ayman A. Z. und seinen Anverwandten. "Sie sind griechisch-orthodoxen Glaubens, haben einen eigenen Seelsorger und waren wohl in dessen Gemeinde Mitglieder. Meine Kirche jedenfalls haben sie nicht besucht – das Asylheim gehört zwar zur Kirche, hat aber eine eigene Verwaltung", erklärt Aydin.