In Minute 93 des WM-Gruppenfinales gegen Algerien platzte Österreichs WM-Traum zum Glück nur scheinbar. Altstar Riyad Mahrez traf zum 3:2. Für drei Minuten war das ÖFB-Team in der Livetabelle ausgeschieden.
Dann kam "Joker" Sasa Kalajdzic und sein Moment, der ihm einen Platz in der österreichischen Fußballgeschichte sicherte. Der LASK-Doublesieger köpfte in der 96. Minute zum 3:3 ein. Rot-Weiß-Rot steht doch noch im Sechzehntelfinale, trifft dort am kommenden Donnerstag (21 Uhr, "ServusTV" live) auf Europameister Spanien.
Der Schock saß zwischenzeitlich tief. Wie tief, zeigte sich auch bei der Emotions-Entladung auf und Abseits des Platzes. Als Kalajdzic zum Ausgleich einnickte, stürmte die österreichische Bank den Platz. Mittendrin: Marko Arnautovic, der in Hälfte eins zum zwischenzeitlichen 1:0 getroffen hatte, zur Pause angeschlagen ausgewechselt worden war.
Arnautovic lief in Badeschlapfen und weißen Sportsocken auf den Rasen. Dort jubelte er mit einem Urschrei, nahm seinen rechten Schlapfen und schmiss ihn wuchtig auf das Grün.
Österreich wähnte sich schon mit einem Bein im verfrühten Urlaub, kehrt stattdessen ins Teamcamp zurück und darf von einem noch längeren Sommermärchen in den Staaten träumen.
Obwohl die Schlapfen für Arnautovic' und Co. auch im Luxus-Hotel im kalifornischen Santa Barbara mit Pool-Anlagen und nahe gelegenem Meerzugang nicht unpraktisch wären, muss sich der 37-Jährige bei der Rückkehr um neue umsehen. Denn: Kurz nach den oben beschriebenen Jubelszenen entluden sich die Emotionen beim ÖFB-Rekordspieler auch in anderer Weise.
Arnautovic lieferte sich ein lautstarkes Schrei-Duell mit der algerischen Bank und Teamchef Vladimir Petkovic. So heftig, dass sogar Ralf Rangnick schlichtend einschreiten musste – und Arnautovic vor Wut erneut zu einem seiner Schlapfen griff und diesen ins Publikum schleuderte.