In wenigen Minuten Nachspielzeit durchlebte Fußball-Österreich im Gruppenfinale gegen Algerien erst schier grenzenloses Entsetzen, dann die befreiende WM-Ekstase. Algerien stieß das ÖFB-Team mit dem 3:2 in Minute 93 vom Aufstiegs-Platz. Sasa Kalajdzic erlöste Rot-Weiß-Rot mit dem Ausgleich in buchstäblich allerletzter Sekunde (96.).
Österreich stieg als Gruppenzweiter ins Sechzehntelfinale auf, trifft am kommenden Donnerstag (21 Uhr, ServusTV) in Los Angeles auf Europameister Spanien.
Die Emotionen entluden sich nach dem Treffer von WM-Held Kalajdzic auf und neben dem Platz – und kochten schließlich nach dem Schlusspfiff über. Während sich die Kollegen noch in den Armen lagen, zeigte sich der Spannungsabfall bei Torschütze und ÖFB-Rekordspieler Marko Arnautovic in Form von Wut.
Ein Fan-Video des Influencers "traveltomtom" zeigt den 49-fachen Teamtorschützen beim hitzigen Wortwechsel mit Algerien-Teamchef Vladimir Petkovic. Arnautovic war kaum mehr zu bremsen. Teamchef Ralf Rangnick sah sich gezwungen, kalmierend einzuschreiten.
Der 67-Jährige hielt seinen Schützling zurück, wirkte beruhigend auf die Vierte Offizielle ein und bat auch den gegnerischen Teamchef und dessen Betreuerstab mit entschuldigender Geste um Deeskalation.
Die hitzigen Szenen weckten unschöne Erinnerungen an die EURO 2021 und einen umstrittenen Torjubel, der um die Welt ging – und nicht ohne Folgen blieb. Arnautovic hatte im Gruppenspiel gegen Nordmazedonien nach seinem Treffer mit einer Schimpftirade gegen Ezgjan Alioski. ÖFB-Kapitän David Alaba hatte, wie nun Rangnick, noch versucht, Arnautovic zu beruhigen. Aber: Die UEFA erkannte in Arnautovic' Äußerungen eine rassistische Beleidigung, für die er trotz Entschuldigung für ein Spiel gesperrt wurde.
Zurück nach Kansas City und zu den Szenen nach dem 3:3 gegen Algerien: Noch ist unklar, was den mittlerweile 37-jährigen Teamstürmer derart in Aufruhr versetzte und welche Worte beidseitig gewechselt wurden. Beim ORF-Interview wenige Minuten später wirkte Arnautovic wieder deutlich aufgeräumter und äußerte sich nicht zum Gegner und Teamchef Petkovic.