Nach dem Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft zieht Südkoreas Teamchef Hong Myung-Bo die Konsequenzen. Der 57-Jährige soll laut Berichten aus seiner Heimat am Sonntag seinen Rücktritt erklärt haben. Zuvor hatten Tausende enttäuschte Fans nach dem 0:1 gegen Südafrika sogar eine Petition gestartet, in der sie seine Entlassung forderten.
Südkorea verpasste den Sprung unter die acht besten Gruppendritten und musste überraschend bereits nach der Gruppenphase die Heimreise antreten. Die Welle der Empörung erreichte schließlich sogar das höchste politische Amt des Landes. Staatspräsident Lee Jae Myung stellte die Bestellung des Teamchefs indirekt infrage.
Personalentscheidungen seien "alles". Wenn Kompetenz nicht an erster Stelle stehe, sondern andere Interessen, sei das Ergebnis "so klar wie der Tag". Für Südkorea endet die WM damit nicht nur sportlich in einer Enttäuschung – sondern auch mit einem Trainer-Rücktritt und einer politischen Debatte.
Der südkoreanische Präsident entschuldigte sich außerdem bei der Öffentlichkeit. "Ich entschuldige mich zutiefst bei der Öffentlichkeit für die große Enttäuschung. Wir werden zügig daran gehen, die Sportverwaltung zu reformieren, damit sich so etwas niemals wieder ereignet", schrieb Lee auf X.
Besonders in der Kritik stand Hong, wegen einer umstrittenen Personalentscheidung. Der Teamchef hatte Kapitän und Superstar Son Heung-Min im entscheidenden Spiel gegen Südkorea überraschend nicht in die Startelf beordert. Nach der Niederlage wurde deshalb auf der offiziellen Website des südkoreanischen Parlaments eine Petition gestartet, die den Rauswurf des Trainers forderte.