Fast ein Jahr war Luke Mockridge von der Bildfläche verschwunden. Nach einem Auftritt in einem Comedy-Podcast im Sommer des Vorjahres, in dem er behindertenfeindliche Witze machte, folgte massive Kritik.
Mockridge entschuldigte sich öffentlich in den sozialen Medien und zog sich anschließend komplett zurück. Sein Rückzugsort war Kanada. Nun spricht der Comedian erstmals ausführlich über diese Zeit und seine Rückkehr auf die Bühne.
Über seine Auszeit sagt Mockridge gegenüber "Bild": "Für mich war es mal schön, ein Jahr lang die Welt zu sehen, mich zu sehen und vor allen Dingen mal die Fresse zu halten. 15 Jahre lang habe ich am Stück gesendet und dann passiert da was. Man baut Scheiße, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich werde mich jetzt nicht retten wollen oder eine Doku drehen. Ich bin einfach mal leise und höre nur zu."
Die Distanz habe ihm geholfen, den eigenen Blick zu verändern. "Ich sehe die Welt nicht nur durch Fernsehstudios, sondern durch Reisen, durch Ehrenamt und durch meine Familie."
Kanada wählte Mockridge bewusst. Väterlicherseits hat er dort familiäre Wurzeln. Seine Zeit verbrachte er mit Schwimmen, Laufen und viel Natur. Schon früher sei das Land ein Ort der Ruhe gewesen. "Dann haben wir in Kanada in einer Blockhütte am See gesessen, und da war alles andere weit weg."
Ganz verabschiedet von der Bühne hat sich Mockridge jedoch nicht. In Toronto und Montreal spielte er Comedy-Shows auf Englisch. "Es war großartig, auf die Bühne zu gehen, ohne dass deine ganze Biografie hinter dir an die Wand projiziert wird." Gleichzeitig plagten ihn Zweifel. "Die große Angst, die ich hatte, war: 'Bin ich eigentlich wirklich witzig oder bin ich nur witzig, weil ich in Deutschland diese Person bin?'"
Auch in Deutschland hatte er am Wochenende seinen ersten Auftritt seit über einem Jahr: "Ich mache jetzt nur noch, worauf ich Bock habe – ohne großen Plan oder PR-Strategie."