Eigentlich wollte "Heute"-Leser Mike nur eine saftige Nektarine genießen. Doch beim Aufschneiden der Frucht machte der Wiener eine unappetitliche Entdeckung: Im Inneren saß ein lebender Ohrwurm – und der krabbelte tatsächlich noch munter herum.
Der Schockmoment sorgte für reichlich Ekel. Schließlich rechnet wohl niemand damit, in einer frisch gekauften Nektarine auf einen tierischen Mitbewohner zu stoßen. Doch Experten geben Entwarnung: So unangenehm der Fund für das Auge auch sein mag, gesundheitlich besteht kein Grund zur Sorge.
Bei dem unerwarteten Gast handelt es sich um einen Ohrenkneifer, auch Ohrwurm genannt. Die Insekten sind in Gärten weit verbreitet und gelten sogar als nützlich. Sie ernähren sich von Blattläusen und anderen Schädlingen und helfen damit, Pflanzen gesund zu halten.
Da Ohrenkneifer feuchte und dunkle Verstecke bevorzugen, können sie sich gelegentlich auch in Obst krabbeln. Besonders Weichobst wie Nektarinen, Pfirsiche oder Marillen bietet den Tieren ideale Rückzugsorte.
Die gute Nachricht: Ohrenkneifer sind weder giftig noch übertragen sie Krankheiten. Auch die weitverbreitete Sorge, die Tiere könnten Menschen beißen oder gar in Ohren kriechen, gehört ins Reich der Mythen.
Wer einen Ohrenkneifer in seiner Nektarine entdeckt, sollte die Frucht lediglich auf kleine Fraßspuren kontrollieren. Ist das Obst ansonsten unbeschädigt, kann es nach gründlichem Waschen problemlos gegessen werden. Selbst wenn versehentlich Teile eines Insekts mitgegessen würden, hätte das laut Experten keine gesundheitlichen Folgen.
Statt zur Fliegenklatsche zu greifen, empfiehlt sich ein sanfter Umgang mit dem kleinen Besucher. Ohrenkneifer sind für Menschen harmlos und erfüllen in der Natur eine wichtige Aufgabe. Wer einen lebenden Ohrwurm in Obst entdeckt, kann ihn daher einfach vorsichtig ins Freie setzen und die Nektarine anschließend gründlich reinigen. Der Ekelmoment bleibt zwar – gefährlich wird die überraschende Begegnung aber nicht.