Als krasser Außenseiter ging Bosnien-Herzegowina am Dienstag gegen Vierfach-Weltmeister Italien in das entscheidende Playoff-Spiel um ein WM-Ticket – und ging als Sieger vom Platz. Der Jubel kannte in Bosnien keine Grenzen, die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist immerhin erst die zweite WM-Teilnahme Bosniens nach 2014.
Angeführt von einer bosnischen Band namens "Dubioza Kolektiv" feuerten Tausende Fans ihre Stars an. Ihr Lied "USA" – bereits 2011 veröffentlicht – mutiert nun zum neuen "WM-Song" vieler Fußballfans und hat schon vor dem Anpfiff der Weltmeisterschaft die Herzen der Fans im Sturm erobert.
Sehnsucht nach einem besseren Leben, die Illusion vom American Dream, Ernüchterung und Identitätsfrage sowie Rückbesinnung auf die Heimat: Das Lied "USA" der Bosnien-Band "Dubioza Kolektiv" ist im Kern eine kritische Auseinandersetzung mit dem "American Dream" und der Migration – erzählt aus der Perspektive eines Menschen aus Bosnien.
Dass Träume wahr werden können, bewiesen die bosnischen Kicker am Dienstag auf sensationelle Weise. Seither geht auch der Song "USA" komplett viral – "Heute" berichtete.
Wer geglaubt hat, dass nur Fußballanhänger von dem Song angesteckt werden würden, täuscht sich gewaltig: Selbst die bosnischen Stars rund um Ex-Salzburger Amar Dedic und Serie-A-Spieler Tarik Muharemović sangen noch im Stadion Bilino Polje von Zenica nach der erfolgreichen WM-Qualifikation vor laufender Kamera, wie ein "Heute"-Video zeigt.
Nach der Partie ging es für die Helden der Nation ins eine Stunde entfernte Sarajevo, wo Tausende Fans auf ihre Stars warteten. Auch im Mannschaftsbus gab es nur eine Tonart: "I am from Bosnia, take me to America."
Das Besondere: Der Song ist alles andere als neu. Hinter dem viralen Hit steckt die Band Dubioza Kolektiv und der Track hat bereits stolze 15 Jahre auf dem Buckel. Was damals ein kultiger Balkan-Song war, entwickelt sich jetzt plötzlich zum globalen Phänomen.
Und eines ist jetzt schon klar: Wenn Bosnien in den USA aufläuft, wird nicht nur am Platz für Stimmung gesorgt. Dieser Song könnte das Turnier prägen.