Kein April-Scherz

Laden des E-Autos plötzlich bis zu viermal teurer

E-Auto-Besitzer müssen jetzt ganz stark bleiben. Wer nachts an Ladesäulen der Wien Energie sein Auto lädt, muss nun bis zu viermal so viel bezahlen.
Maxim Zdziarski
02.04.2026, 22:14
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

E-Auto-Besitzer aufgepasst: Wer sein Fahrzeug in Wien lädt, muss jetzt unter Umständen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bei den Ladesäulen von Wien Energie wurden die Preise mit 1. April zum Teil kräftig erhöht – in manchen Fällen sogar fast vervierfacht!

Spritpreise im Vergleich
Die günstigsten Tankstellen in deiner Nähe
Kartenplatzhalter für Spritpreise
Basierend auf Daten von e-control, ohne Gewähr für die Richtigkeit.

Nächtliches Laden besonders betroffen

Vor allem Nachtlader trifft es hart. Bisher galt zwischen 22 und 8 Uhr ein vergünstigter Minutentarif von 0,018 Euro. Doch damit ist jetzt Schluss: Künftig werden in diesem Zeitraum satte 0,069 Euro pro Minute fällig. Das sorgt für Frust bei den Betroffenen. "Das ist eine Vervierfachung des Preises!", zeigt sich "Heute"-Leserreporter Ivan im Talk schockiert.

Die Tarifänderungen im Übebrlick
Heute

Auch tagsüber wächst der Preis pro Minute von 0,075 Euro auf 0,084 Euro – das sind 8,4 Cent pro Minute. Hier fällt die Anpassung weniger drastisch aus, wenngleich auch hier eine Vollladung einige Euro mehr kosten wird.

Aus 11 Euro werden plötzlich 41 Euro

Wie stark die Preiserhöhung ins Gewicht fällt, zeigt Ivans konkretes Beispiel: Für einen rund zehnstündigen Ladevorgang in der Nacht zahlte Ivan bisher etwa 11 Euro. Dafür kam sein Audi e-tron zwischen 350 und 400 Kilometer weit.

Mit dem neuen Tarif würden dafür nun rund 41 Euro anfallen. Doch damit nicht genug: Zusätzlich wird jetzt eine monatliche Grundgebühr von 4,90 Euro verrechnet – auch die gab es bisher nicht.

"Das wird nicht ewig so bleiben"

Ein kleiner Lichtblick bleibt dem Wiener aber: Noch ist Ivan an seinen alten Tarif gebunden. Wie lange dieser für ihn noch gelten werde, ist unklar: "Bis jetzt habe ich eine Bindung an meinen alten Tarif – doch der wird auch nicht ewig gültig bleiben", meint er.

Wien Energie: Tarif-Wechsel hat nichts mit geopolitischer Lage zu tun

Wien Energie hat nach mehreren Jahren erstmals sein Tarifangebot für E-Mobilität überarbeitet. Laut dem Unternehmen handelt es sich dabei um einen marktüblichen Schritt – die neuen Tarife seien unabhängig von der aktuellen geopolitischen Lage entwickelt worden. Ein Pressesprecher des Unternehmens betont: "Wer bereits einen laufenden Vertrag hat, ist von der Umstellung nicht betroffen. Die bestehenden Tarife bleiben unverändert."

Fokus auf kWh statt Zeit

Im Zentrum der neuen Tarifstruktur stehen weiterhin die verbrauchsbasierten kWh-Tarife, die bereits 2023 eingeführt wurden. Damit werde ein langjähriger Wunsch der Kunden erfüllt, so Wien Energie.

Der Vorteil: Bezahlt wird nur, was tatsächlich geladen wird. Die Kosten hängen somit weder von der Ladegeschwindigkeit noch vom Batteriezustand ab. Zudem gilt an normalen Ladestellen und Schnellladern derselbe Preis.

Diese Tarife gibt es jetzt

- "Tanke kWh GO": Für Gelegenheitslader – keine Grundgebühr, Preis bei 0,40 Euro pro kWh

- "Tanke kWh SMART": Für regelmäßige Nutzer – 5,90 Euro Grundgebühr (unverändert), 0,37 Euro pro kWh

- "Tanke kWh PRO": Für Vielfahrer – eigener Tarif für intensive Nutzung

Der Preisunterschied zu den bisherigen Angeboten liegt laut Wien Energie aktuell nur bei rund 0,01 Euro pro kWh.

Zeit-Tarif bleibt – aber reduziert

Neben den kWh-Tarifen gibt es weiterhin auch einen zeitbasierten Tarif. Das Angebot wurde allerdings verschlankt: Statt drei Varianten gibt es jetzt nur noch einen. Trotzdem betont Wien Energie, dass man damit zu den wenigen Anbietern gehöre, die überhaupt noch Zeit-Tarife im Programm haben – die Wahlfreiheit für Kunden bleibe bestehen.

Auch nach der Anpassung sieht sich Wien Energie preislich gut aufgestellt. "Die neuen Tarife würden weiterhin zu den günstigsten am Markt zählen", so ein Pressesprecher abschließend.

{title && {title} } zdz, {title && {title} } 02.04.2026, 22:14
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen