Italien steht nach dem WM-Playoff im bosnischen Zenica unter Schock, in Bosnien-Herzegowina kennt der Jubel hingegen keine Grenzen! Im Elfmeterschießen schalteten die Bosnier den vierfachen Weltmeister aus.
Für Bosnien ist es die erst zweite WM-Teilnahme, Italien muss zum dritten Mal in Folge bei einer Weltmeisterschaft zusehen. Feierlichkeiten fanden in ganz Bosnien statt. "Heute" blickte in das Stadion in Zenica und nach Sarajevo.
Nach einem 1:1 nach Verlängerung im Stadion "Bilino Polje" in Zenica musste die Entscheidung im WM-Play-off zwischen Bosnien und Italien im Elfmeterschießen fallen. Dort sorgte Donnarumma für Ärger bei den Gastgebern: Vasilj beschwerte sich beim Schiedsrichter, nachdem der italienische Torhüter dessen Notizen zerstört hatte.
Karma bestraft die Italiener sofort, denn: Nach zwei verschossenen Elfmetern schoss Esmir Bajraktarević die Bosnier zur WM! Der Jubel kannte keine Grenzen, Dutzende Personen stürmten den Platz. Die bosnischen Kicker weinten und feierten mit ihren Fans. Videos des bosnischen Mediums "Dnevni Avaz" zeigen die irren Party-Szenen:
Mittendrin statt nur dabei: Ex-Austrianer Haris Tabakovic, der den Ausgleich erzielte. Doch neben ihm feierten noch etliche Kicker mit Österreich-Vergangenheit: Osman Hadzikic spielte jahrelang bei der Wiener Austria und saß als Ersatztormann auf der Bank, Ex-Salzburger Amar Dedic war einer der Protagonisten am Platz. Der 18-jährige Kerim Alajbegovic – derzeit in Salzburg aktiv – verwandelte einen der vier Elfmeter sicher.
Aus dem erweiterten Kader dürfen sich auch die Sturm-Kicker Jusuf Gazibegović und Arjan Malić Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen. Drei aktuelle bosnische Nationalspieler wurden teils in Österreich ausgebildet: Ivan Sunjic spielte bei der Admira, Dzenis Burnic und Nihad Mujakic bei Rapid.
Nach der Partie in Zenica fuhren die bosnischen Kicker ins eine Stunde entfernte Sarajevo, dort brachen alle Dämme. Pyroshows, Sprechchöre und Gesänge der kürzlich verstorbenen Balkan-Legende Halid Beslic hallten durch die bosnische Hauptstadt. Für die Bosnier geht ein Traum in Erfüllung: Nach 2014 ist es die erst zweite WM-Teilnahme.