Die Österreichische Ärztekammer ist sauer: "Lange Wartezeiten und gehäufte Ausfälle beim Zugriff auf ELGA-Systeme" machen aktuell den niedergelassenen Medizinern das Leben besonders schwer, beklagt die Interessensvertretung am Dienstag. Betroffen sind demnach die Bereich e-Medikation, e-Impfpass und e-Befund.
ÖÄK-Vizepräsident Johannes Steinhart betont: "Gerade jetzt, wo in die Impfungen wieder etwas Fahrt hineinkommt, sind Ausfälle beim e-Impfpass besonders schwer zu verkraften." Vereinbarte Impfungen sollten aber dennoch unbedingt wahrgenommen werden, ruft Steinhart die Impflinge auf: "Es geht keine Impfung im e-Impfpass verloren."
Der entsprechende Mehraufwand für die Ärzte durch Dokumentation und Nachtragungen sei aber beträchtlich – und das bei aktuell ohnehin vollen Ordinationen. "Daher muss der ELGA-Fehler unbedingt schnellstmöglich repariert werden", fordert Steinhart und legt der ELGA GmbH eine "Konzentration auf das Wesentliche" nahe.
"Die Reparatur von e-Medikation und e-Impfpass muss höchste Priorität haben. Man sollte sich hier nicht zu viel auf einmal vornehmen, sondern beispielsweise Problemfälle wie den e-Befund endgültig einstampfen."
Und: Wenn die Ausfälle nicht bald behoben würden, müsste man sich die Frage stellen, wer den Ärzten die dadurch entstandenen administrativen Überstunden bezahlen wird, sagt Steinhart.
Generell brauche es ein Mehr an Qualität bei ELGA , fordert Dietmar Bayer, Referatsleiter "e-Health in Ordinationen" der ÖÄK: "ELGA muss finanziell so ausgestattet werden, dass wir Ärztinnen und Ärzte zuverlässig damit arbeiten können, und ohne dass kryptische Fehler zu einem Dauerproblem werden."
Auch die Politik müsse verstehen, dass ELGA zur kritischen Infrastruktur gehört. "Im Hinblick auf die e-Medikation, den e-Impfpass und das bald kommende e-Rezept werden wir uns weitere Fehler nicht mehr leisten können", sagt Bayer und fragt: "Wie kommen Ärztinnen und Ärzte und ihre Patientinnen und Patienten dazu, diese Fehler ausbaden zu müssen?"