Diese Österreicherin soll Venedig retten

Nachdem Venedig von einem Rekordhochwasser überschwemmt wurde, soll nun eine Architektin mit österreichischen Wurzeln die beliebte Touristenstadt retten.

Dreimal innerhalb einer Woche wurde Venedig überschwemmt. Am Montag hat sich die Lage entspannt, die Fluten gehen zurück.

Sonderkommissarin für Dammsystem MOSE

Laut Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro betragen die Schäden durch das verheerende Hochwasser rund eine Milliarde Euro. Die zunehmenden Forderungen nach mehr Schutz für die Lagunenstadt vor den Auswirkungen des Klimawandels werden immer größer.

Die italienische Regierung hat umgehend reagiert und möchte das milliardenteure Dammprojekt MOSE endlich fertig bauen. Für diese Fertigstellung wurde die Architektin österreichischer Herkunft, Elisabetta Spitz, zur neuen MOSE-Kommissarin ernannt.

Es handelt sich dabei um verankerte Barrieren im Meeresgrund, die sich bei Hochwasser automatisch aufrichten und damit das Eindringen des Meerwassers in die Lagune verhindern. Seit 2003 sind die Barrieren in Bau. Bürokratie, Korruption und Skandale verzögern die Fertigstellung allerdings. Ihre Hauptaufgabe wird es sein, das Projekt aus diesem Sumpf herauszuholen.

Einflussreiche Managerin

Die 66-Jährige ist in Italien als Troubleshooterin bekannt. Ab 2001 war sie viele Jahre als Direktorin der staatlichen Liegenschaftsagentur tätig und zählte somit zu den einflussreichsten Managerinnen des Landes. In dieser Zeit verwaltete sie alle Staatsgüter der Kulturnation und verschaffte Italien hohe Einnahmen.

Auch in Venedig hat Spitz bereits gearbeitet. Von 1992 bis 1999 leitete sie ein Konsortium zum Schutz der bewohnten Gebiete der Lagunenstadt. 2009 wurde sie zur Beraterin der Hafenbehörde ernannt.

Großvater flüchtete vor den Nazis

Die Architektin wurde in Rom geboren und spricht fließend Deutsch, da ihre Großeltern aus Wien stammen. Der Großvater flüchtete vor dem Naziregime und versteckte sich im Vatikan, wo er später als Diplomat arbeitete.

Spitz studierte Architektur und arbeitete nach dem Abschluss ihres Studiums als Stadtplanerin. Sie war mit dem christdemokratischen Politiker Marco Follini verheiratet. Aus der geschiedenen Ehe stammt eine Tochter. Mit Österreich ist die 66-Jährige immer noch sehr verbunden. Ihre Winterurlaube verbringt die leidenschaftliche Skifahrerin gern im Stubaital.

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