Keine Hilfe nach Todestragödie

Eltern nach Ski-Drama: "Das bringt uns zweimal um"

Nach dem tragischen Tod von Matteo Franzoso im Vorjahr sprechen seine Eltern nun über die fehlende Unterstützung.
Sport Heute
16.09.2026, 10:28
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Ein Jahr nach dem tödlichen Trainingsunfall des italienischen Skirennfahrers Matteo Franzoso erheben dessen Eltern schwere Vorwürfe gegen den italienischen Skiverband und die Ski-Welt.

Franzoso war im vergangenen Jahr beim Training in La Parva in Chile schwer gestürzt. Der Abfahrer kam nach einem Sprung von der Strecke ab, durchbrach zwei Sicherheitsnetze und prallte gegen einen Holzzaun. Einen Tag vor seinem 26. Geburtstag erlag er seinen schweren Verletzungen.

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Nun sprechen seine Eltern Marcello und Olga Franzoso in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Repubblica" über die Zeit nach dem tragischen Unglück. Dabei kritisieren sie vor allem die aus ihrer Sicht fehlende Aufarbeitung.

"In einem Jahr ist alles stehen geblieben, es wurde kein einziger Schritt unternommen, um die Verantwortlichkeiten für das Geschehene zu klären", erklären die Eltern.

Besonders enttäuscht zeigt sich die Familie vom italienischen Skiverband. "Das Schweigen der Ski-Welt, in der Matteo aufgewachsen ist, bringt uns gleich zwei Mal um. Der Verband hat uns im Stich gelassen, in zwölf Monaten haben sie uns weder geschrieben noch einbezogen. Das ist unglaublich. In diesen Monaten war nur die Finanzpolizei für uns da."

Nach Franzosos Tod war im Ski-Zirkus erneut eine Debatte über die Sicherheit im Training aufgekommen. Nach Ansicht seiner Eltern habe sich seither jedoch zu wenig verändert. Dabei erinnern sie auch an die italienische Nachwuchsfahrerin Matilde Lorenzi, die bereits zuvor bei einem Trainingsunfall ums Leben gekommen war.

"Im Jahr vor Matteo starb Matilde Lorenzi, eine ähnliche Tragödie. Und glaubt ihr, dass sich bei den Sicherheitsvorschriften etwas geändert hat? Die Nationalmannschaft ist dieser Tage wieder dort in Chile. Die Absperrung, die Matteo getroffen hat, gibt es nicht mehr, aber die Athleten fahren immer schneller, die Sicherheitsvorkehrungen sind nicht ausreichend", kritisieren sie.

Auch Franzosos frühere Teamkollegen nehmen die Eltern in die Pflicht. Sie vermissen eine deutlichere Reaktion der Athleten auf die Sicherheitsproblematik: "Glaubt ihr, dass die Athleten etwas gesagt haben? Einer von ihnen ist auf der Piste, auf der sie alle trainieren, gestorben, und sie finden nicht die Kraft, sich zusammenzutun und mehr Aufmerksamkeit für Sicherheit zu fordern?"

Franzoso hatte während seiner Karriere 17 Weltcup-Rennen bestritten. Sein Tod erschütterte den italienischen Skisport schwer.

red,Akt. 16.09.2026, 11:25, 16.09.2026, 10:28