Der Druck auf Wiens Wirtschaftskammer-Präsidenten Walter Ruck (ÖVP) wächst von Tag zu Tag. Auslöser sind geleakte Gesprächsprotokolle, in denen Ruck über Posten-Deals gesprochen haben soll. Auch angebliche abfällige Aussagen über Frauen, Industrievertreter und Parteifreunde sorgen für Empörung. Ruck weist die Vorwürfe zurück.
Mittlerweile hat Ruck auch innerhalb seiner Partei wohl die wichtigsten Fürsprecher verloren. "Die Geduld mit Walter Ruck ist am Ende", hieß es am Donnerstag aus Parteienkreisen gegenüber "Heute".
Schon für Freitag wurde ein Bundesparteivorstand anberaumt. Weil sich Bundeskanzler Christian Stocker auf Sommertournee in Vorarlberg befindet, wird die Sitzung online stattfinden. Aufgrund der Vorkommnisse aus den letzten Wochen soll Stocker der Geduldsfaden gerissen sein – ein Parteiausschluss steht im Raum.
Ruck ließ via Sprecher ausrichten, nicht zurückzutreten. Ein Rauswurf aus der Wirtschaftskammer von Stocker ist rechtlich nicht möglich. Wie es bei einem möglichen Partei-Ausschluss weiterginge, ist offen.
Am Donnerstagabend enthüllten "Krone" und "Profil" neue Gesprächsprotokolle, die zeigen, dass Ruck auch enge Kontakte zu Wiens Bürgermeister Michael Ludwig pflegen dürfte. Der Stadtchef ist einer der wenigen, die Ruck in den vergangenen Tagen den Rücken gestärkt haben.
Brisant: Laut "Krone"-Bericht erklärte Ruck, dass die ÖVP gar kein Interesse am Bürgermeistersessel in Wien hätte. Dass derlei Aussagen innerhalb seiner eigenen Partei gut ankommen, darf bezweifelt werden.