Ein historisches Tor bei der Kennedybrücke ist ab sofort wieder geöffnet. Das sogenannte Engelstor schafft einen direkten Zugang zum Schönbrunner Schlosspark und soll den Weg für Besucherinnen und Besucher deutlich verkürzen.
Wer künftig mit U-Bahn, Straßenbahn oder Bus nach Schönbrunn kommt, hat es leichter: Statt entlang der stark befahrenen Straße zu gehen, führt der neue Weg direkt durch das Engelstor in den denkmalgeschützten Schlosspark. Von dort sind unter anderem der Barockgarten, der Tiergarten und weitere Attraktionen des Areals schnell erreichbar.
Das Projekt wurde gemeinsam vom Tiergarten Schönbrunn, der Schönbrunn Group, dem KHM-Museumsverband und den Österreichischen Bundesgärten umgesetzt. "Die Stadt Wien hat die Umsetzung des Projekts maßgeblich unterstützt. Dahinter steht auch das basisdemokratische Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger und ihrer Vertreterinnen und Vertreter auf kommunalpolitischer Ebene", so Gerhard Schmid, Dritter Präsident des Wiener Landtags.
Auch das Wirtschaftsministerium begrüßt die Öffnung. "Die Öffnung des Engelstores erleichtert wesentlich den Zugang für Besucherinnen und Besucher und schafft damit einen deutlichen Mehrwert für alle Institutionen am Areal Schönbrunn. Zusätzlich berücksichtigt das Projekt das historische Umfeld des UNESCO-Weltkulturerbes 'Schloss und Gärten von Schönbrunn', das heuer sein 30-jähriges Jubiläum feiert", sagt Severin Gruber, Generalsekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus.
Vor allem für die Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks ist der neue Zugang eine Erleichterung. "Ich freue mich sehr, dass das Engelstor nun geöffnet ist und damit ein lang ersehnter Schritt für Hietzing umgesetzt wurde. Der neue Zugang schafft kürzere und sicherere Wege zum Schlosspark und zum Tiergarten und ist damit eine echte Verbesserung", so Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl (ÖVP).
"Als ich vor meiner Zeit als Tiergartendirektor lediglich als Tourist in Schönbrunn war, wunderte ich mich über den umständlichen und zum Teil auch gefährlichen Weg zum Tiergarten. Dieses Projekt anzustoßen, war mir als Direktor daher ein großes Anliegen", so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.
Zum Projekt gehört auch eine neue Portierloge innerhalb der Schlossparkmauern. Sie wird von den Österreichischen Bundesgärten betreut und orientiert sich optisch an einer historischen Wachstube, die früher an dieser Stelle stand.
Die Rekonstruktion war nicht ganz einfach. "Bei der Portierloge standen wir vor der besonderen Herausforderung, ein Gebäude anhand sehr weniger historischer Grundlagen zu rekonstruieren. Im Wesentlichen dienten uns zwei historische Fotos als Ausgangspunkt für die Planung. Gleichzeitig war die neue Portierloge baurechtlich wie ein Neubau zu behandeln und musste alle heutigen Auflagen erfüllen. Entscheidend war für uns, diese Vorgaben mit dem Anspruch zu verbinden, das historische Erscheinungsbild und den Charakter des Ortes so weit wie möglich zu bewahren", erklärt Architekt Georg Töpfer.
Gebaut wurde die Loge traditionell aus Ziegeln, Kalkmörtelputz und einem Holzdachstuhl. Im Inneren gibt es moderne Infrastruktur für den ganzjährigen Betrieb. Zusätzlich wurde beim Engelstor eine Polleranlage installiert. Das Tor ist für Fußgänger geöffnet, gleichzeitig bleibt die Zufahrt für Einsatzfahrzeuge möglich.
Für das gesamte Projekt wurden rund 650.000 Euro budgetiert. Die Kosten für die Polleranlage übernimmt zur Gänze die Schönbrunn Group. Die übrigen Kosten teilen sich der Tiergarten Schönbrunn, die Schönbrunn Group und der KHM-Museumsverband.