Entführer von Mäderl in Haft – Vom Kind fehlt jede Spur

Die 8-jährige Mia Montemaggi wird vermisst.
Die 8-jährige Mia Montemaggi wird vermisst.SEBASTIEN BOZON / AFP / picturedesk.com
Nach der Entführung von Mia (8) am Dienstag hat die Polizei vier Tatverdächtige festgenommen. Das Mädchen und dessen Mutter bleiben verschollen. 

Wie die Polizei bekanntgab, gelang es ihr, einen Tag nach der Entführung der kleinen Mia aus dem Haus ihrer Großmutter im französischen Les Poulières drei Personen festzunehmen, die unter dringendem Verdacht stehen, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Sie wurden in der Region Île-de-France rund 400 Kilometer vom Entführungsort entfernt verhaftet. Eine vierte Person wurde am Donnerstag gegen 13 Uhr festgenommen, vermeldet die französische Ausgabe der "Huffington Post" am Freitag. Laut Staatsanwalt Nicolas Heitz werden sie nun intensiv zur Tat verhört.

Die Verdächtigen sollen der sogenannten Prepper-Szene angehören und rechtsextremes Gedankengut hegen. Sie seien unter Beobachtung des nationalen Sicherheitsdienstes und der Terrorismusbekämpfungsbehörde Pnat gewesen und werden als potenziell gefährlich eingestuft. Bei einem der Männer seien Stoffe beschlagnahmt worden, die zum Bau von Bomben benötigt werden. Zudem habe man mehrere Mobiltelefone konfisziert.

Steckt Mutter hinter Entführung?

Die Männer hatten Mia, die bei ihrer Großmutter lebt, am Dienstag unter einem Vorwand mitgenommen: Sie hatten sich als Vertreter des Kinderschutzes ausgegeben und gaben an, es gehe um einen Termin bei der Vormundschaftsbehörde, an dem auch Mias Mutter Lola teilnehme. Der 28-Jährigen war das Sorgerecht für ihre Tochter entzogen worden. Sie habe Mia nicht mehr zur Schule gehen lassen.

Es wird vermutet, dass sie hinter der Tat steckt. Offenbar war die Entführung über das Internet vereinbart worden. Sie soll es als ungerecht empfunden haben, dass Mia nicht bei ihr sein durfte

Ein Autofahrer hatte gegenüber den Ermittlern ausgesagt, er habe die Mutter und Mia als Anhalter in seinem Auto mitgenommen. Lola Montemaggi habe angegeben, sie wolle mit Mia ins Ausland reisen. Die Mutter bewege sich "am Rand der Gesellschaft" und durfte Mia seit Januar nicht mehr alleine sehen, gab Heitz gegenüber den Medien an. Die Fahnder gehen davon aus, dass Mutter und Tochter nach wie vor gemeinsam unterwegs seien. Es läuft eine internationale Fahndung nach den beiden.

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