Am Dienstag veröffentlichte das ORF-Radio Ö3 die Geisterfahrer-Statistik für 2025. Demzufolge wurden im vergangenen Jahr 425 Geisterfahrer im Ö3-Verkehrsservice gemeldet. Das ist ein Anstieg von 25 Meldungen oder sechs Prozent gegenüber 2024. Bei Geisterfahrerunfällen kamen, wie auch 2024, zwei Personen ums Leben. Außerdem wurden bei entsprechenden Vorfällen auch vier Personen schwer und 14 Menschen leicht verletzt.
Einen Anstieg gab es auch bei der Zahl der durch Geisterfahrten verursachten Unfälle. Lag dieser Wert 2024 noch bei elf, waren es im vergangenen Jahr 13 Kollisionen.
Bei den Bundesländern führt Kärnten erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994 die Reihung an. Auf Rang zwei folgt die Steiermark vor Niederösterreich, das erstmals nicht in den Top zwei aufscheint. Kärnten hat mit 93 Geisterfahrern die historisch größte Anzahl, Tirol mit 25 den historisch kleinsten Wert.
Die wenigsten Falschfahrer werden wie schon in den Jahren davor in Wien gemeldet. Deutliche Anstiege gibt es in Kärnten, Oberösterreich und Vorarlberg, einen starken Rückgang in Tirol.
Die Südautobahn (A2) bleibt die Autobahn mit den meisten Geisterfahrern, gefolgt von der Westautobahn (A1) und der Tauernautobahn (A10). In Relation zur Länge sind auf der Fürstenfelder Schnellstraße (S7) mit 8 Falschfahrern die meisten unterwegs.
Der "Wörtherseeabschnitt" in Kärnten auf der A2 zwischen Klagenfurt und Villach ist mit 25 Meldungen das vierte Mal in Folge das Autobahnteilstück mit den (in absoluten Zahlen) meisten Meldungen. Dieses Teilstück ist auch jenes mit den insgesamt meisten Falschfahrern seit Beginn der Aufzeichnungen.
Als "Geisterfahrer-Hotspot" gilt wie im Vorjahr der Großraum Villach, wo auf der A2 (Klagenfurt-Arnoldstein), der A10 (Villach-Spittal), der A11 (gesamter Verlauf) und am Knoten Villach insgesamt 69 Geisterfahrer gezählt werden – das entspricht (wie schon im Vorjahr) 16 Prozent aller Falschfahrer in ganz Österreich. Oder anders ausgedrückt: Jeder sechste Geisterfahrer wird im Großraum Villach gesichtet.
Der stärkste Monat im Jahr 2025 ist der Oktober mit 47 Meldungen. Im März werden mit 18 Geisterfahrern die wenigsten gezählt. Die stärksten Quartale sind das dritte und vierte mit je 116 Meldungen.
Geisterfahrten bleiben ein "Freizeitphänomen": Der stärkste Wochentag ist der Sonntag, im Tagesverlauf sind die Geisterfahrer mehrheitlich am späten Abend zwischen 21 und 24 Uhr unterwegs. Am geringsten ist das Risiko, einem Geisterfahrer zu begegnen, in den Morgenstunden (6-9 Uhr).
Tagesrekord: Am 23. Oktober 2025 werden sechs Geisterfahrer gezählt (Allzeitrekord: 10 Meldungen an einem Tag aus dem Jahr 2006). Die längste Phase ohne Geisterfahrer beträgt 2025 sechs Tage (28.2.-5.3.2025).
Hauptgründe für Geisterfahrten sind Alkohol- und Drogeneinfluss, aber auch Überforderung und Ablenkung. Die Zeitspanne zwischen der Erstmeldung und der Entwarnung beträgt auf Ö3 durchschnittlich 15 Minuten.
In der Ö3-Geisterfahrerstatistik werden all jene Geisterfahrer-Warnmeldungen ausgewertet, die im Hitradio Ö3 durchgesagt und über TMCplus an die Navigationsgeräte ausgesendet wurden. Quelle der Meldungen ist in 95 Prozent der Fälle die Polizei, nur vereinzelt melden Hörer die Beobachtung von Geisterfahrern direkt an die Ö3-Verkehrsredaktion.
Seit 1987 sind 126 Menschen bei Geisterfahrerunfällen in Österreich getötet worden. Dazu kommen 319 Schwerverletzte und 425 Leichtverletzte. Seit 1987 gab es die meisten Geisterfahrerunfälle im Jahr 1989 (32 Unfälle) und die meisten Toten im Jahr 1988 (13 Getötete).
Im Bundesländervergleich gibt es seit 1987 die meisten Getöteten bei Geisterfahrerunfällen in Niederösterreich (44), gefolgt von der Steiermark (36) und Oberösterreich (17). In Vorarlberg gab es seit Beginn der Aufzeichnungen noch keinen einzigen Toten in Folge eines Geisterfahrerunfalls.