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Enthüllt – hier wurde die Attacke auf Israel geplant

Medienberichten zufolge war die Offensive der Hamas in Israel, die bislang mehrere Hundert Menschenleben forderte, bereits seit Monaten geplant.

Newsdesk Heute
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    Moment des Einschlags eines israelischen Luftangriffs auf ein Hochhaus in Gaza am 7. Oktober 2023. 
    Moment des Einschlags eines israelischen Luftangriffs auf ein Hochhaus in Gaza am 7. Oktober 2023.
    IMAGO/APAimages

    Mehr als 800 Menschen wurden in Israel seit Beginn der tödlichen Offensive der Hamas am Samstag getötet, wie die Pressestelle der Regierung mitteilt. Mehr als 2.600 Menschen seien in Israel verletzt und rund 150 Menschen von der Hamas entführt worden.

    "Die Idee, israelische Siedlungen zu infiltrieren, schwirrte schon länger in den Köpfen der Hisbollah-Führer herum", erklärt ein Mitglied des Pro-Iran-Lagers der französischen Zeitung "L'Orient – Le Jour". Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah habe wiederholt von Plänen für seine Kämpfer gesprochen, in Galiläa einzudringen und Gebiete zu kontrollieren, die derzeit auf israelischem Staatsgebiet liegen, heißt es aus Quellen innerhalb der "Achse des Widerstands".

    Erste Pläne seien bereits 2021 entstanden, nach der Hamas-Operation "Schwert von Jerusalem", bei der mehr als 1.600 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert wurden. Eine Frist, nach der israelische Streitkräfte das Jerusalemer Viertel Scheich Dscharrah sowie den Tempelberg – Al-Haram al-Scharif, die drittheiligste Stätte im Islam – verlassen sollten, verstrich damals unerfüllt.

    Seit April soll es eine Reihe von Treffen zwischen der Hisbollah, der Hamas, dem Islamischen Dschihad und iranischen Militärbeamten gegeben haben. Entwürfe wurden gezeichnet, um aus dem Südlibanon, dem Gazastreifen und sogar aus dem Westjordanland in israelische Ortschaften einzudringen.

    Hisbollah-Generalsekretär <strong>Hassan Nasrallah</strong> empfing im Mai in Beirut den Hamas-Zweiten <strong>Saleh al-Arouri</strong> und den Anführer des Islamischen Dschihad, <strong>Ziad Nakhala</strong>.
    Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah empfing im Mai in Beirut den Hamas-Zweiten Saleh al-Arouri und den Anführer des Islamischen Dschihad, Ziad Nakhala.
    NNA

    Doch nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sogar die Öffentlichkeit wurde darüber eingeweiht. So organisierte die Hisbollah im Dorf Aaramta im Südlibanon eine groß angelegte öffentliche Militärdemonstration mit dem Titel "Wir werden kreuzen" und unterstrich damit ihre Absicht, israelische Gebiete anzugreifen.

    So wurde Angriff auf Israel geplant

    Die derzeit laufende "Al-Aqsa-Flut"-Operation beinhaltete einen Cyberangriff, so die Quellen zu "L'Orient – Le Jour", um israelische Boden- und Luftverteidigungssysteme zu schwächen, bevor zwei Angriffe gleichzeitig gestartet wurden – einer aus der Luft mit Fallschirmjägern und der andere mit mit Sprengfallen versehenen Drohnen. Erst dann begann ein Bodenangriff, der die Barriere zwischen Gaza und Siedlungen im Süden Israels durchbrach. Ungefähr 1.000 Hamas-Kämpfer beteiligten sich an der Umsetzung dieses Plans, während der Angriff von Luftunterstützung begleitet wurde.

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      Am Samstagmorgen haben palästinensische Terroristen im Gazastreifen überraschend Hunderte Raketen auf Israel abgefeuert.
      Am Samstagmorgen haben palästinensische Terroristen im Gazastreifen überraschend Hunderte Raketen auf Israel abgefeuert.
      REUTERS

      Dieser Einsatzmodus ähnelt der von der Hisbollah während ihrer öffentlichen Militärübungen in Aaramta vorgestellten Strategie. Sein offensichtliches Ziel: Erstens, die Kontrolle der Hamas und des Islamischen Dschihad über palästinensische Gebiete stärken und gleichzeitig die Schwäche und Hilflosigkeit der Palästinensischen Autonomiebehörde hervorzuheben. Zweitens, Vorfälle im Westjordanland zu provozieren, um die Israelis an mehreren Fronten zu beschäftigen. Drittens, möglichst viele palästinensische Gefangene zu befreien und Bedingungen auszuhandeln, welche das Kräfteverhältnis verändern könnten.

      Dies könnte beispielsweise Tel Aviv dazu zwingen, die Belagerung des Gazastreifens aufzuheben oder ihm sogar Unabhängigkeit und offizielle politische Anerkennung zu gewähren.

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