Nur wenige Tage nach dem Scheitern im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 i.E.) ist die Trennung offiziell. Wie mehrere deutsche Medien berichten, ist Julian Nagelsmann von seinem Amt als Bundestrainer zurückgetreten.
Vorausgegangen war ein rund dreieinhalbstündiges Krisengespräch mit den DFB-Verantwortlichen. Im Zuge einer detaillierten Aufarbeitung des WM-Fiaskos legten Präsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler und die übrige Verbandsspitze dem Teamchef laut Bericht einen Rücktritt nahe.
"Wir können und wollen nach einem derartigen Tiefschlag mit Blick auf die anstehenden Aufgaben nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", erklärte DFB-Präsident Bernd Neuendorf in einer Verbandsmitteilung. Im Anschluss an die Analyse fiel schließlich die Entscheidung: Nagelsmann räumt seinen Posten.
Besonders brisant: Noch unmittelbar nach dem Aus gegen Paraguay hatte der 38-Jährige einen Rücktritt ausgeschlossen. Auch Sportdirektor Rudi Völler hatte öffentlich an ihm festgehalten und Nagelsmann als "Top-Trainer" bezeichnet. Am Ende reichte das Vertrauen aber nicht mehr aus.
Der Vertrag des früheren Bayern-Coachs wäre ursprünglich noch bis zur Europameisterschaft 2028 gelaufen und soll Medienberichten zufolge mit bis zu acht Millionen Euro jährlich dotiert gewesen sein. Mit seinem Rücktritt kam Nagelsmann einer möglichen Entlassung zuvor.
Die große Frage lautet nun: Wer übernimmt die deutsche Nationalmannschaft? Einen Nachfolger präsentierte der DFB zunächst nicht. Nach Informationen von Sky Sport gilt allerdings Jürgen Klopp als Top-Kandidat. Der frühere Liverpool-Erfolgstrainer soll bereit sein, den Posten des Bundestrainers zu übernehmen, sollte der DFB offiziell auf ihn zukommen.