Es ist ein Auftritt, der selbst hartgesottene Beobachter fassungslos macht: Lee Zeldin, Chef der mächtigen US-Umweltschutzbehörde EPA, trat vergangene Woche als Ehrengast bei der Jahreskonferenz des umstrittenen Heartland-Instituts auf.
"Heute ist ein Tag, an dem wir feiern, dass wir recht behalten haben", sagte der 46-jährige Republikaner vor rund 200 Gästen in einem Washingtoner Hotel. Damit bezog er sich auf die Behauptung, die Klimakrise sei nicht real.
Wie der Spiegel berichtet, war der Auftritt eines amtierenden EPA-Chefs bei dieser Denkfabrik bis dato undenkbar. Das Heartland-Institut setzt sich für das Ende jeglichen Umwelt- und Klimaschutzes ein und betrachtet das Treibhausgas CO2 nicht als Bedrohung, sondern als Segen.
Die Organisation ließ sich ihre Kampagnen gegen Klimaschutz von Ölkonzernen wie ExxonMobil und den milliardenschweren Koch-Brüdern finanzieren. In den 1980ern lobbyierte die Denkfabrik sogar für Tabakkonzerne wie Philip Morris.
Zeldin hat bereits das sogenannte "Endangerment Finding" aufgehoben - jene Rechtsgrundlage, die Treibhausgase als schädlich einstuft. Dieser Beschluss markiert das vorläufige Ende US-amerikanischer Klimapolitik.
"Es ist verblüffend, wie weit er die Behörde von ihrer Aufgabe entfernt hat", kritisierte Christine Todd Whitman, frühere EPA-Chefin unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush.
Zeldin lobt Kohle als "sauber und wunderschön" und wirbt für Flüssiggasexporte. Kritiker halten ihn für einen Karrieristen - er wird bereits als nächster US-Justizminister gehandelt.