Während viele Rapper mit Provokationen, Gewalt-Texten oder Drogenverherrlichung auffallen, nutzt der Austro-Musiker Jugo Ürdens seine Reichweite anders. Statt als schlechter Einfluss zu gelten, scheint ihm eher seine Vorbildfunktion bewusst zu sein.
Der österreichische Rapper gewährt seinen Fans auf Instagram seit einiger Zeit regelmäßig Einblicke in seinen Alltag, spricht offen über persönliche Herausforderungen und dokumentiert zuletzt sogar schonungslos ehrlich, wie es ihm dabei geht, mit dem Rauchen aufzuhören.
Auch in seinem Song "Nie Wieder" blickt er auf sein früheres Leben zurück und setzt ein klares Zeichen für Veränderung: "Ich bin nicht wer ich war, der bin ich nie wieder", heißt es darin und erinnert an Zeiten, in denen er selbst kein gutes Beispiel war.
Nun hat der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Aleks Simonovski heißt, erstmals öffentlich über ein weiteres dunkles Kapitel gesprochen: seine Spielsucht. Gegenüber der "Wiener Zeitung" schildert er, wie aus einer harmlosen Sportwette beim Champions-League-Finale 2017 eine jahrelange Abhängigkeit entstand. "Wir waren die Pioniere, die am Handy spielsüchtig geworden sind", erzählt der heute 30-Jährige.
Besonders Online-Casinos hätten ihn immer tiefer hineingezogen. "Man hyped sich gegenseitig auf und wechselt die Spiele. Aber in den meisten Fällen sitzt man am Ende einfach gebrochen da", erinnert er sich. Die Sucht habe ihn in Schulden getrieben, während er nach außen versuchte, den Schein eines funktionierenden Lebens aufrechtzuerhalten.
Der Wendepunkt kam, als er sich Geld leihen musste und dieses unmittelbar wieder verspielte. "Das Aufwachen ist wirklich der absolute Horror", beschreibt er die Zeit seiner tiefsten Krise. Heute hat er das Kapitel hinter sich gelassen.
Seine Geschichte teilt er nun auch mit seinen Followern und möchte damit Mut machen. "Vor allem jetzt bei der WM macht keine Dummheiten", warnt Jugo Ürdens auf Instagram. In einer weiteren Story gibt er ein persönliches Update: "Kurz zur Spielsucht noch: Es ist bei mir nun paar Jahre her und deshalb kann ich auch easy darüber reden. Habe das nie mehr angefasst seitdem und werde es hoffentlich nie wieder tun."
Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit Suchtmitteln oder psychische Herausforderungen?
Hier findest du Hilfe:
TelefonSeelsorge – Notruf 142
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595
Österreichische ARGE Suchtvorbeugung: www.suchtvorbeugung.net
Gleichzeitig richtet er eine klare Botschaft an Betroffene: "Falls ihr damit zu kämpfen habt, sucht euch Hilfe." Damit möchte er zeigen, dass der Ausstieg möglich und die Situation nicht auswegslos ist.